Von Janette Beck

Duisburg/Magdeburg. Bei den deutschen Einer-Meisterschaften der Kanuten in Duisburg präsentierte sich ein Großteil der Favoriten in Top-Form - was man allerdings von den Magdeburger Hoffnungsträgern nicht unbedingt behaupten konnte. Zumindest in der Leistungsklasse fuhren sie keine einzige Medaille ein.

Allen voran blieb Andreas Ihle hinter den Erwartungen zurück. Der Olympiasieger und Weltmeister im Zweier-Kajak verpasste sowohl über 1000 als auch über 500 Meter den Sprung in den A-Endlauf. "Auch wenn bei Andreas zu berücksichtigen gilt, dass er infolge seiner Schulteroperation noch Trainingsrückstand hat, wird er wohl auch selbst nicht zufrieden sein. Dennoch hoffen wir, dass er die Chance erhält, im Weltcup zu starten", baut SCM-Trainer Björn Bach auf Nachsicht bei den Verantwortlichen im Verband, die heute das Nationalteam berufen werden.

"Minimalziel erreicht" signalisierte dagegen Weltmeisterin Conny Waßmuth. Die Sprint-Spezialistin vom SCM wurde sowohl über 200 Meter als auch gestern über 500 Meter jeweils Fünfte und wahrte damit die Chancen auf ein Weltcup-Ticket. Dagegen verpasste Nicole Beck den Sprung ins Nationalteam als Ranglisten-Siebte knapp, ihr bleibt jedoch der "Rettungsanker" U 23.

Eng wird es für Canadier-Weltmeister Erik Leue, der sich im Einer als Sechster über 1000 Meter und Siebter über 500 Meter nicht wie erhofft in Szene setzen konnte. Zudem fiel der von ihm favorisierte Start im Zweier flach, da sein etatmäßiger Partner Thomas Lück (Neubrandenburg) im Einer maßlos enttäuscht hatte.

Raus aus dem Rennen um die begehrten Weltcup-Tickets, die Grundvoraussetzung für einen möglichen Start bei der WM, sind dagegen wohl Kajakfahrer Sören Schust, dem sein "Totalausfall"bei der ersten Ranglistenregatta trotz eines guten vierten Platzes über 200 Meter zum Verhängnis wurde. Gleiches gilt für Chris Wend, der an diesem Wochenende laut Trainer Bach "völlig unterging".

Deutliche Achtungszeichen gelangen dagegen den SCM-Talenten. So überzeugte der erst 19-jährige Florian Jeglinski als Leistungsklassenfünfter über 200 Meter im K1 ebenso wie die Canadier-Fahrer Michael Müller und Yul Oeltze, die in der Juniorenklasse mit Rang eins beziehungsweise zwei alles in Grund und Boden paddelten.