Beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg geht die Angst um. Die Angst vor dem Sturz in die Fünftklassigkeit. Heute Abend treffen sich Aufsichtsrat und Präsidium, wollen die prekäre Lage erörtern und sich auf einen neuen sportlichen Leiter einigen.

Magdeburg. Vier Spieltage vor Schluss steht der Club nur noch dank des besseren Torverhältnisses auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Ein Blick auf das Restprogramm (siehe Infokas-ten) verdeutlicht, wie eng es vermutlich wird, denn mittlerweile schöpft auch der FC Oberneuland unter seinem neuen Trainer Uwe Reinders wieder Hoffnung.

Bei insgesamt vier Absteigern - dass Türkiyemspor die Klasse verlassen muss, steht lange fest - bleibt vom gefährdeten Quartett nur einer drin. Momentan rangiert (noch) der Club auf dem rettenden 14. Platz.

Neben dem sportlichen Absturz kommt ein weiteres Störfeuer hinzu. Laut Aussage von Kapitän Daniel Bauer hätte bei der Heimniederlage gegen Havelse ein Teil der Zuschauer auf der Gegengeraden speziell die jungen FCM-Spieler beschimpft und beleidigt. Bauer: "Solche Leute brauchen wir nicht. Die sollen zu Hause bleiben."

Am Freitag geht die Reise nun zu Türkiyemspor. Im Berliner Jahnsportpark, wo der FCM seit Jahren nichts mehr gerissen hat, zählt diesmal nur ein Sieg.

Stephan Neumann steht den Elbestädtern dort allerdings nicht zur Verfügung. Der Vize-Kapitän zog sich gegen Havelse eine Innenbanddehnung im linken Knie zu, muss vorerst pausieren und könnte sogar bis zum Saisonende ausfallen.

Bei all den Sorgen und Hiobsbotschaften kann der Verein immerhin mit Stolz darauf verweisen, dass vom DFB die Lizenz für 2011/12 erteilt wurde. Pressesprecher Stephan Lietzow dazu: "Und das erstmals seit Jahren ohne Bedingungen wie Hinterlegung von bestimmten Sicherheiten. Es sind nur Auflagen zu erfüllen wie regelmäßige Berichterstattung." Präsident Peter Fechner: "Diesen Kraftakt zu meistern und die Lizenz ohne Bedingungen erteilt zu bekommen, das ist das Ergebnis von monatelanger harter Arbeit mit intensiven Gesprächen. Ohne die Unterstützung der zahlreichen Partner, Sponsoren, Fans, aber auch Mitarbeiter des 1. FC Magdeburg wäre dieser Erfolg auf wirtschaftlicher Ebene des Vereins nicht möglich gewesen."

Allerdings ist alles Makulatur, wenn der Club tatsächlich absteigen sollte ...