Time to say goodbye! Die letzte Auswärtspartie des SCM in dieser Saison führte ausgerechnet zum DHC Rheinland. Zu dem Handballverein, der sich - nach dem Eröffnen eines Insolvenzverfahrens als erster Absteiger seit längerem feststehend - gestern Abend vor heimischen Kulisse aus der "stärksten Liga der Welt" verabschieden wollte oder besser gesagt musste. Und das taten die Gastgeber am Ende mit einem verdienten und von 2487 Zuschauern gefeierten 32:27 (17:13)-Erfolg.

Von Janette Beck

Dormagen. Die Magdeburger kostete der unerwartete Stolperer im Bayer-Sportcenter dagegen den möglich gewesenen Sprung auf Rang fünf. Für die von den DHC-Fans mit "Dankeschön-Plakaten" ein letztes Mal empfangenen Spieler des Gastgeberteams war es "eine Frage der Ehre", wie es der ebenfalls scheidende DHC-Trainer Kai Wandschneider formulierte, mit Anstand und Würde das Feld zu räumen. Stets im Vorwärtsgang hielt der Gastgeber nicht nur dagegen, sondern drückte dem Spiel nach dem 4:4-Ausgleich durch Weber (8. Minute) sogar den Stempel auf. Mit Tempo und Cleverness bauten die Gastgeber ihren Vorsprung durch drei Tore in Folge auf 7:4 aus (10.).

Beim SCM klemmte es derweil weiter im Angriff, der sich in Hochform befindliche DHC-Keeper Vollmann (19 Paraden) wurde berühmt geworfen, und auch die Abwehr packte nur halbherzig zu. So nahm das Schicksal seinen Lauf: Der Ex-Magdeburger Lindt erzielte mit seinem vierten Treffer das 10:5 (15.). Trainer Frank Carstens sah sich zur Auszeit gezwungen, brachte Doborac für Tönnesen, van Olphen agierte für Wiegert im Angriff, und Schulz nahm statt Quenstedt den Platz im Tor ein. Doch die erhoffte Wende blieb aus. Beim 10:17-Rückstand (27.) sah es gar so aus, als geriete man unter die Räder.

Zu Beginn der zweiten Hälfte schien der SCM endlich sein Spiel gefunden zu haben, beim 21:21-Ausgleich durch van Olphen (38.) sah es so aus, als könne man das Blatt sogar wenden. Doch die Dormagener, beseelt vom Willen, dieses letzte Spiel unbedingt zu gewinnen, bäumten sich nun erneut auf. Angetrieben von "Wirbelwind" Mahé auf der Mitte nahm der DHC das Heft des Handelns wieder in die Hand und gab es bis zum Ende nicht mehr her. Ein 5:0-Lauf zum 26:21 (46.) besiegelte die Pleite des SCM. "Jede Siegesserie reißt mal, und meistens dann, wenn man nicht damit rechnet", kommentierte SCM-Coach Carstens die achte und aus seiner Sicht "verdiente" Auswärtsniederlage.

DHC:Vortmann, Schlingmann - Holst 4, Mahé 6, Lochtenberg 7/6, Tesch 2, Plaz 2, Wernig, Lindt 5, Linder, Böhm 2, Konitz 4, Immel, Dmytruszynski.

Magdeburg: Schulz, Quenstedt - Wiegert 2, Doborac 1, Rojewski, van Olphen 5, Natek 1, Tönnesen 2/1, Weber 6/2, Jurecki 6, Coßbau 4, Hornke, Meschke.

Schiedsrichter: Moles/Pittner (Heddesheim/Laudenbach). Zuschauer: 2487. Siebenmeter: DHC 6/6/ SCM 5/3. Zeitstrafen: 4/2 - plus Rote Karte (Natek/55.)