Magdeburg. Der erste Leistungstest der deutschen Eliteruderer wird an diesem Wochenende in Leipzig abgehalten, und wenn man Mathias Rocher vom SC Magdeburg nach dem derzeitigen Stand der Vorbereitung fragt, erklärt er optimistisch: "Wir sind auf einem guten Weg." Der 21-Jährige gehört zu den völlig Unaufgeregten seiner Zunft, was nicht bedeutet, dass ihn die Dinge kaltlassen: "Ich hatte doch länger gebraucht, als ich gedacht hatte", sagt er im Rückblick auf die Zeit nach der Weltmeisterschaft in Neuseeland im vergangenen November, als der Magdeburger mit dem deutschen Riemenvierer um eine Medaille kämpfte – und dann vom Wind über dem Lake Karapiro verweht wurde. Inzwischen ist das Vergangenheit, die Jagd nach den Erfolgen geht ab morgen in eine neue Runde.

Dieser Leistungstest bietet einen Vorgeschmack auf die erste Kleinbootüberprüfung, im vergangenen Jahr noch als deutsche Meisterschaft ausgeschrieben, Mitte April in Köln, wenngleich Rocher sagt, die Ergebnisse von Leipzig werden nicht automatisch Aufschluss über mögliche Platzierungen am Rhein geben. In Leipzig wird morgen der Ergometer-Cup ausgetragen, bei dem alle Athleten im Trockenen 2000 Meter absolvieren müssen, am Sonntag geht es auf die Langstrecke über 6000 Meter.

In Köln kämpfen die Athleten indes auf zwei Kilometern um den Einzug in der Kader von Bundestrainer Hartmut Buschbacher. SCM-Coach Roland Oesemann rechnet vor: Die ersten sieben Einer und die ersten sieben Zweier ohne werden wohl sicher in das Team kommen. Den Einzug ins A-Finale wollen Rocher im Einer und René Bertram im Zweier mit Florian Eichner (HSV Böllberg) schaffen, Marco Neumann mit seinem neuen Partner aus der eigenen Schmiede, Maximilian Planer, setzt sich vorsichtigere Ziele: "Wir wollen es unter die ersten Zwölf schaffen", sagt der 23-jährige Neumann, "um dann in die Auswahl für die weiteren Bootsklassen zu kommen." Neumann und Planer haben in den Wintermonaten gut trainiert, aber "man sieht schon, dass da noch ein Abstand zu den Top-Zweiern ist". Oesemann hofft, dass er zumindest drei Schützlinge im Bundeskader platzieren kann, wenn auch Planer, 20 Jahre und ohne Erfahrung auf internationaler Ebene im Erwachsenenbereich, dazugehört, wäre es optimal. "Aber Maximilian kann aufgrund seiner individuellen Leistung noch im U 23-Achter starten", so der SCM-Coach. Zumindest haben Neumann und Planer zuletzt im Traningslager in Sabaudia (Italien) gezeigt, dass sie die geforderten Zeiten erreichen. "Es fehlt ihnen aber noch an der Konstanz."

Rocher muss sich allein durchkämpfen. Er hat in den vergangenen Wochen vor allem versucht, "die alten Fehler abzustellen und neue zu vermeiden". In Köln wartet auf ihn mit dem Magdeburger Marcel Hacker (Frankfurter RG Germania), mit Karl Schulze und mit Tim Grohmann (beide Dresden) die starke Konkurrenz. Oesemann: "An diesem Tag muss wirklich alles stimmen."