Magdeburg/Mannheim. Die Mannheimer SAP-Arena bleibt für die Handballer des SCM eine uneinnehmbare Festung. Auch im achten Anlauf am Dienstagabend gab es für die Magdeburger nichts zu holen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Gäste beim 30:38 nicht einmal den Hauch einer Chance hatten. Wie bereits 48 Stunden zuvor bei der Heim-Niederlage gegen Hamburg waren die Messen früh gesungen. Und Hauptmanko war auch diesmal vor allem die mangelnde Chancenverwertung, die den SCM nach einem starken Beginn auf die Verliererstraße gebracht hatte.

Die Löwen hatten die erneuten Abschlusschwächen der Magdeburger zu einem 5:0-Lauf genutzt, und so die 3:2-Führung der Gäste in ein 7:3 zu ihren Gunsten gedreht – eine frühe Vorentscheidung. "Wir haben sehr konzentriert über 60 Minuten gespielt", resümierte Löwen-Trainer Gudmundsson sichtlich zufrieden. "Ich muss die ganze Mannschaft für die gute Leistung loben."

Dennoch stach ein Spieler beim Gastgeber besonders hervor: Zarko Sesum. Der Serbe, der seit September 2010 das Löwen-Trikot trägt, aber bislang nur wenige Akzente setzen konnte, riss vor allem in der zweiten Hälfte fast im Alleingang riesige Löcher in die SCM-Deckung und traf aus dem Rückraum wie er wollte: "Ich freue mich, dass ich heute die Chance erhalten habe, zu spielen. Die Tore sind wichtig für mein Selbstvertrauen", so der 24-Jährige, der mit dem Auftritt der eigenen Mannschaft sehr zufrieden war: "Nach der schlechten Leistung gegen Wetzlar hatten wir etwas gutzumachen. Die Einstellung heute war besser, wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht."

Die Magdeburger selbst hatten den neuen Goalgetter nicht auf ihrer Rechnung – inklusive Dario Quenstedt, der in Top-Form war und so einer der wenigen, die in Mannheim überzeugen konnten. "Normalerweise nehmen wir beim Video zuallererst natürlich die Rückraumschützen unter die Lupe. Aber auf den Sesum waren wir nicht vorbereitet. Auch ich hatte den gar nicht so auf dem Schirm und habe mich geärgert, dass er mich so oft überlisten konnte", so Quenstedt, der für den glücklosen Gerrie Eijlers eingewechselt worden war und wesentlichen Anteil daran hatte, dass sein Team den Abstand lange Zeit auf vier Tore halten konnte.

Allerdings schwammen den Magdeburgern nach dem 20:24 (40. Minute) zusehends die Felle davon. Es schlichen sich wieder mehr technische Fehler ein, und auch der Abwehr fehlte die letzte Konsequenz, sodass der Gegner die Gelegenheit zu leichten Toren hatte. "Auch ich hatte das Gefühl, dass wir hinten raus nichts mehr zuzusetzen hatten. Die beiden Spiele innerhalb von 48 Stunden haben wohl doch zu viel Kraft gekostet", vermutet Quenstedt, dass die zweite Niederlage in Folge "ein Ergebnis aus schlechtem Tag plus Substanzverlust" ist.

Zu allem Unglück verletzte sich auch noch Yves Grafenhorst gegen Ende der ersten Halbzeit, sodass Steffen Coßbau in die Bresche springen musste. Gestern jedoch konnte SCM-Manager Marc Schmedt Entwarnung geben: "Die ärztlichen Untersuchungen haben ergeben, dass sich Yves eine schmerzhafte Rippenprellung zugezogen hat. Aber wir hoffen, dass er bis zum Heimspiel am Mittwoch gegen Gummersbach wieder fit ist und spielen kann."