In der 45. Minute schnupperten die Handballer des SC Magdeburg an der Pokal-Sensation, doch jubeln durfte nach dem Abpfiff FrischAuf Göppingen. Die Gastgeber drehten die verloren geglaubte Partie in der "Hölle Süd" und zogen durch den am Ende etwas zu hoch ausfallenden 31:25 (14:12)-Erfolg als erste Mannschaft ins "Final Four" 2011 ein.

Göppingen/Magdeburg. (jb). "Wir werden alles daran setzen, nicht wie beim Liga-Hinspiel in Göppingen früh unter die Räder zu kommen und uns am Ende geradezu abschlachten zu lassen", hatte SCM-Kreisläufer Bartosz Jurecki bereits im Vorfeld der Partie den Gastgebern den Kampf angesagt.

Und der Pole sollte Recht behalten. Entschlossen und konzentriert ging man in die Pokalpartie. Zwar gerieten die mit der Stammsieben beginnenden Magdeburger zunächst mit 1:3 in Rückstand (4. Minute), doch davon ließen sie sich diesmal nicht entmutigen.

Im Gegenteil. Die Deckung machte einen guten Job, und vorne gab Jure Natek den Startschuss zu einem energischen Zwischenspurt. Sein drittes Tor markierte beim 4:3 (9.) die erste Führung für Magdeburg.

Von da an gelang es keinem Team, sich abzusetzen. Ständig wechselte die Führung. Allerdings ließ der SCM nach dem 6:6 (12.) die Chance einer doppelten Überzahl ungenutzt. Zu allem Unglück musste der bis dahin viermal erfolgreiche Natek nach einem Foul erst einmal durch Rojewski ersetzt werden.

Es war und blieb ein heißes, kampfbetontes Kopf-an-Kopf-Rennen (12:12/28.). In der hitzigen Schlussphase der ersten Halbzeit kamen die Gäste allerdings ein wenig vom Erfolgspfad ab. Göppingen dagegen behielt einen kühlen Kopf und rettete – wenn auch mit etwas Glück – eine Zwei-Tore-Führung in die Pause.

Gleich nach dem Wiederanpfiff heftete sich der SCM aber an die Fersen der heimstarken Göppinger, kämpfte um jeden Ball und jeden Zentimeter. Mit Erfolg. Beim 15.15 (33.) war man schließlich wieder dran.

Obwohl Göppingens Keeper Tahirovic langsam aber sicher zur Hochform auflief, gelang es den Magdeburgern, die Partie offen zu halten. Mehr noch: Als Weber per Konter zum 22:20 (45.) traf, schien die Überraschung perfekt. In der Halle wurde es plötzlich still.

Das änderte sich aber wieder, weil sich die Hausherren mit aller Macht gegen das drohende Pokalaus stemmten. Beim SCM schlichen sich dagegen Fehler ein. Vor allen das Überzahlspiel war eine Katastrophe. Zudem vernagelte Thahirovic nun das Tor – Göppingen, das in Manuel Späth (8) seinen erolgreichsten Schützen hatte, zog unaufhaltsam vom 24:23 (51.) auf 28:24 (58./in Unterzahl) davon. Die Partie war entschieden. Und Lars Kaufmann freute sich: "Es war die ganze Zeit knapp. Wir haben aber einen super Schlussspurt hingelegt", sagte der Nationalspieler. "Die letzten 10 Minuten waren echt grandios, da hat unser Torhüter echte Big Points gesetzt."