Magdeburg. Derart turbulente Tage hat es in der Geschichte des Box-Veranstalters Ulf Steinforth nur wenige gegeben – wenn überhaupt. Nachdem ihm am Donnerstag letzter Woche durch eine schwere Knieverletzung des Herausforderers das mit viel Medien-Ballyhoo angekündigte erste deutsch-deutsche Duell zweier Boxweltmeister (Robert Stieglitz gegen Dimitri Sartison um die Supermittelgewichtskrone des Weltverbandes WBO) geplatzt war, stand plötzlich der gesamte Kampfabend am 9. April in der Magdeburger Bördelandhalle auf der Kippe.

Doch am Wochenende gab es, nachdem hinter den Kulissen die Kommunikationsdrähte quer über den Kontinent wahrhaft geglüht hatten, Entwarnung. Der Kampfabend findet definitiv statt (live ab 22.15 Uhr bei Sat.1), für Titelverteidiger Robert Stieglitz ist mit Khoren Gevor (Volksstimme berichtete) ein, wie Experten versichern, zumindest boxerisch etwa gleichwertiger Kontrahent gefunden worden. Auch der zuständige Weltverband WBO hat inzwischen sein Einverständnis zum WM-Kampf signalisiert.

"Wir haben bei der kurzfristigen Gegnersuche Glück im Unglück gehabt", räumte Steinforth gestern ein. Der gebürtige Armenier – Gevor ist aktuell die Nummer 11 der WBO-Weltrangliste – sollte eigentlich am 16. April in Manchester gegen den englischen Europameister Matthew Macklin einen WM-Ausscheidungskampf für das Herausforderungsrecht um die WBA-Krone bestreiten. Macklin hatte das Duell aus fragwürdigen Gründen in dieser Woche abgesagt. "Khoren Gevor ist also auf den Punkt für zwölf Runden vorbereitet", so Steinforth.

Seit über fünf Jahren mischt der 31-Jährige Gevor in der Welt- spitze mit. 2007 boxte er gegen Arthur Abraham um die IBF-WM im Mittelgewicht und unterlag nur durch einen überraschenden K.o. in der elften Runde. Bis dahin hatte er Abraham nach Punkten beherrscht. Auch gegen Felix Sturm stand Gevor schon im Ring.

Zum ersten öffentlichen Aufeinandertreffen zwischen den beiden Kämpfern kommt es morgen Nachmittag. Dann präsentieren sich Stieglitz und Gevor den Boxfans der Landeshauptstadt bei einem Showtraining. auf dem Konrad-Adenauer-Platz.