Magdeburg. Im Duell zwischen Frank Carstens und Thomas König führt der Trainer des SC Magdeburg mit 1:0. Seit knapp zwei Jahren gibt es diese Bilanz, damals setzte sich der Coach Carstens von Hannover-Burgdorf gegen den Coach König von der TSG Friesenheim in der Relegation um den Aufstieg in die Handball-Bundesliga durch. Morgen treffen beide wieder aufeinander, wenn der SCM ab 17.30 Uhr bei der TSG in Ludwigshafen antritt.

Carstens hat König als "sehr engagierten Trainer kennengelernt, der mit seinem Team einen sehr guten Weg gegangen ist". Erst vor einigen Tagen hat Friesenheim den Kontrakt mit dem 47-Jährigen bis zum Jahr 2013 verlängert. So sehr wird die Arbeit geschätzt beim Aufsteiger, der derzeit auf Rang 15 gegen den Abstieg kämpft. Das ist in diesem Geschäft wiederum eher ungewöhnlich. Aber es zeigt auch, dass man in Friesenheim wohl eher auf Weiterentwicklung als erste Liga setzt, das macht den morgigen Gastgeber umso gefährlicher.

Carstens selbst hatte seit Mittwoch vor allem Aufbauarbeit zu leisten. Magdeburg kämpft morgen auch gegen die Enttäuschung über das Pokalaus in Göppingen an, seit Mittwoch verfolgt die Mannschaft nur noch das große Ziel, "Platz sieben zu halten".

Wie immer schickt Carstens allerdings Warnungen voraus. Friesenheim, das das Hinspiel in Magdeburg mit 32:41 verlor, agiert ähnlich wie Göppingen mit einer 6-0-Abwehr, die offensiv bei der Auslösehandlung heraustritt. Im Angriff verfügt die TSG mit Evgeni Pevnov (77 Tore) über einen starken Kreisspieler, der vornehmlich von Gunnar Dietrich (Rückraum links/65) bedient wird. Allerdings ist Dietrichs Einsatz fraglich, vermutlich hat sich der 25-Jährige einen Bänderriss in der Schulter zugezogen. Bester Werfer der TSG ist Philipp Grimm mit 106 Toren – ein Linksaußen.

Tore waren es zuletzt für den SCM einige zu wenig, entsprechend vergebener Chancen einige zu viel. "Das darf uns aber nicht wahnsinnig machen", sagt Carstens, der gestern Zsolt Balogh aus dem Kader verabschieden musste. Der Ungar wurde an der Ferse operiert, die Saison ist für ihn wohl beendet. Den SCM, weiß Carstens, erwartet "ein sehr enthusiastisches Publikum, das sein Team nach vorne peitscht". Dennoch: Am Dienstag in Göppingen wurde den Magdeburgern ein Qualitätsunterschied noch negativ ausgelegt, auch Carstens würde sich wünschen, wenn "wir größere Schritte" in der Entwicklung gehen würden. Morgen kommt die nächste Chance dazu.