Magdeburg. Ilia Butikaschwili hat seine Dichtkunst tatsächlich einst dem Wasserball gewidmet, es mag nur ein Vers, eine Strophe gewesen sein zwischen den heimatverbundenen Zeilen, in der er das Thema als 16-jähriges Mitglied des georgischen Nationalteams für sein Land lyrisch aufgearbeitet hatte. Beim Wasserball, stand anlässlich des damaligen Europameisterschaftsspiels gegen Deutschland geschrieben, "habe ich Freundschaft gelernt, im und außerhalb des Wassers".

Freundschaft, sagt der 25-Jährige, das ist auch der Weg zum Erfolg gewesen bei WU Magdeburg in dieser Saison. Noch einmal gegen Leimen am Sonnabend, noch einmal Gruppe B, dann soll die Serie im Playoff gegen Bayer Uerdingen mit dem Aufstieg gekrönt werden. Zum Auftakt am 23. März (18 Uhr) ist die WUM Gastgeber in der Elbeschwimmhalle.

Die Anspannung hält sich noch in Grenzen, wenngleich Kapitän Holger Dammbrück die gewisse Vorfreude spürt, "dass es endlich heiß wird". Damit will der 23-Jährige nicht die Qualität der bisherigen Gegner schmälern, aber die Dominanz der Magdeburger war in dieser Saison zu groß, als dass ein Team ihren Spitzenplatz ernsthaft in Gefahr bringen konnte. Dammbrücks Vorfreude ist auch deshalb nur allzu selbstverständlich, weil er in den Playoffs der vergangenen Saison gegen Würzburg krankheitsbedingt passen musste, nachdem er sich schon durch die damalige Hauptrunde geschleppt hatte. WUM unterlag letztlich mit 1:3-Spielen, das soll diesmal nicht passieren.

Dammbrück plädiert zugleich für eine weitere Unterstützung durch den Verein, ganz aus Sicht eines Ernährungsberaters, als der er sich zum Studium ein paar Euro hinzuverdient. Mit vitamin- und eiweißreicher Nahrung zur Stärkung des Immunsystems kann der Gefahr von Ausfällen jedenfalls vorgebeugt werden.

Trainer Vlad Hagiu konzen- triert die Vorbereitung schon seit Wochen auf diese Entscheidungsspiele, kein Wunder, dass Arme und Beine zuletzt gegen Cannstatt etwas müde waren, berichtet Butikaschwili. Aber er weiß, dass gerade die Kondition die größte Stärke der WUM sein wird. Butikaschwili ist vom Erfolg überzeugt: "Ich habe immer gesagt: Wir gehören zu den besten vier Mannschaften in Deutschland."

Keeper Roland Kiffer ist etwas skeptischer und richtet den Blick auf Uerdingen: "Die Mannschaft war in den vergangenen Jahren immer unter den ersten drei, sie ist eingespielt und sehr erfahren." Warum dieser Traditionsverein nun auf dem letzten Rang der Hauptgruppe A steht, verstehen weder er noch Butikaschwili oder Dammbrück. Der 29-jährige Torwart hatte jedenfalls beim Punktspiel in Krefeld gesehen, dass Bayer das Auftreten der Magdeburger gefilmt hat. "Sie nehmen die Sache sehr ernst."

Die Enttäuschung, sollte es letztlich nicht zum Aufstieg reichen, "wäre riesengroß", sagt Dammbrück. "Zwei Jahre haben wir darauf hingearbeitet." Aber Butikaschwili, Kiffer und er haben beobachtet: "Die Mannschaft ist weiter zusammengewachsen." Beim Morgentraining am Montag konnte Hagiu seinen kompletten Kader begrüßen. Nicht unbedingt normal, aber ein Zeichen, so Kiffer: "Jeder will unbedingt aufsteigen" – in aller Freundschaft.