Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg, zuletzt viermal in Folge unbesiegt, musste gestern Abend im Abstiegskampf einen Rückschlag hinnehmen. Gegen den selbstbewusst auftrumpfenden und spielerisch überzeugenden Tabellenzweiten VfB Lübeck kassierten die Kaiser-Schützlinge eine verdiente 0:2 (0:1)-Heimniederlage.

Magdeburg. Bereits nach 180 Sekunden deuteten die seit 15 Spielen ungeschlagenen und früh attackierenden Gäste erstmals ihre Gefährlichkeit an, als Henning ein Solo übers halbe Feld hinlegte, allein auf Tischer zulief, dann aber eher kläglich vergab. Unmittelbar danach war es Cornelius, der Müller aussteigen ließ, dann aber an Tischer scheiterte. Auch im weiteren Verlauf deckte der VfB so manche Lücke im Defensivverbund des FCM, der froh sein konnte, nicht zurückzuliegen, auf.

Im weiteren Verlauf bekamen die Platzherren das Geschehen in einer jederzeit sehenswerten, tempo- und abwechslungsreichen Partie besser in den Griff, mussten aber hinten weiterhin höllisch aufpassen. Vor allem Henning haderte mit dem Schicksal, besaß er doch weitere gute Möglichkeiten, verfehlte aber noch zweimal das Ziel (22./24.). Auf der Gegenseite hatte der Club nur einmal den Torschrei auf den Lippen, als Becker im 16er frei zum Schuss kam, in Keeper Semghoun aber seinen Meister fand (18.). Auch Stiefel hatte noch eine gute Gelegenheit, scheiterte von der Strafraumgrenze aber ebenfalls am Lübecker Torhüter (31.).

Fazit der ersten Hälfte: Trotz unübersehbarer Probleme in der Hintermannschaft enttäuschte der FCM gegen eine enorm lauffreudige und spielstarke Elf aus Lübeck keineswegs, sondern vermochte an den zuletzt gezeigten Aufwärtstrend zumindest phasenweise anzuknüpfen. Daran änderte auch das verdiente 0:1 durch den bisherigen "Chancentod" Henning nichts, der allerdings von einem Sumelka-Patzer profitierte, dann Tischer umkurvte und ins leere Gehäuse vollendete (45.).

Nach der Pause erreichte das Match nicht mehr das Niveau der ersten Halbzeit. Lübeck blieb allerdings das dominierende Team und sorgte bereits nach einer Stunde für die Vorentscheidung, als nach einem klasse Konter Landerl die Maßflanke von Henning volley nahm und unhaltbar auf 0:2 erhöhte. Die Elbestädter gaben sich in der Folgezeit zwar nicht auf und drängten auf den Anschlusstreffer, doch sie agierten häufig zu umständlich und einfallslos, so dass die Gäste nur noch ganz selten ernsthaft in Gefahr gerieten. Auch Neuzugang Biran, der sich aufrieb, aber 90 Minuten durchhielt, blieb bei seiner Heimpremiere ein Treffer verwehrt.

FCM-Trainer Kaiser resümierte: "Lübeck war bissiger, aggressiver und auch fußballerisch besser. Um gegen solch eine Mannschaft bestehen zu können, muss man kämpfen bis zum umfallen. Das war bei uns heute leider nicht der Fall."

FCM: Tischer – Müller, Sumelka, Halke, Neumann, Wijk– (76. Uzazdowski), Bauer, Rodrigues (66. Wolf), Stiefel (46. Georgi), Becker, Biran

VfB Lübeck: Semghoun – Siedschlag, Gebers, Marheineke, Hohstedt, Röhr, Wehrendt, Landerl (73. Senger), Cornelius, Duspara (66. Richter), Henning (81. Zekjiri)

Schiedsrichter: Schriever (Dorum). Zuschauer: 3909. Tore: 0:1 Henning (45.), 0:2 Landerl (60.). Gelb: - / Henning, Gebers