London (dpa). Jens Lehmann fühlt sich wieder reif für die Insel. Als Bank-Angestellter will der 41-Jährige dem FC Arsenal im Titelkampf der englischen Fußball-Premier-League helfen, doch die englischen Medien hatten gestern nur Hohn und Spott für das Überraschungscomeback des ehemaligen deutschen Nationaltorhüters übrig. Dabei träumt Lehmann knapp neun Monate nach seinem Rücktritt sogar noch vom Titel. "Mir wäre aber im Traum nicht eingefallen, dass Arsenal mich holen würde", gab er zu.

Die "Gunners" liegen nur drei Punkte hinter Manchester United, haben aber ein Spiel weniger. Bereits am Samstag soll der Rückkehrer in der Partie bei West Bromwich Albion auf der Bank der Londoner Platz nehmen.

"Wenger hat Arsenals Saison zur Farce gemacht", schrieb das Massenblatt "The Sun" über den ungewöhnlichen Schachzug von Arsenals Coach Arsène Wenger. Der Sender "ESPN" nannte den französischen Trainer-Routinier sogar einen "Wahnsinnigen"; der "Daily Telegraph" sieht bei Arsenal die "Harmonie in der Kabine" ernsthaft gefährdet.

Der 13-malige Meister Englands hat neben Manuel Almunia (Spanien) nur noch das als zu unerfahren angesehene Nachwuchstalent James Shea (19) im Kader. Die beiden polnischen Keeper Lukasz Fabianski (Schulter) und Wojciech Szczesny (Finger) sind derzeit verletzt.

Mit Lehmann im Kasten gewannen die "Gunners" 2005 den begehrten FA-Cup – bis heute der letzte große Erfolg des Clubs. Im Elfmeterschießen gegen Manchester United hielt er den entscheidenden Schuss. Lehmann spielte von 2003 bis 2008 ganze 199 Mal für den Verein und zählte zu den "Invincibles", den Unbesiegbaren, die 2003/2004 ohne Niederlage die englische Meisterschaft holten.