Magdeburg. Besonders optimistisch klang Kjell Landsberg nun nicht, als er gestern erklärte, er sei auf dem Weg der Besserung. Aber "alles andere wäre auch gelogen", schob er sogleich nach. In den vergangenen Tagen blieb ihm nur das individuelle Training auf dem Fahrrad, erst gestern Abend stieg Landsberg wieder in die Einheit mit den Bundesliga-Handballern des SC Magdeburg ein – am Sonnabend will er gegen den TBV Lemgo (19 Uhr, Bördelandhalle) auf der Platte stehen.

Das Tabellenbild verrät: Es ist ein wichtiges Spiel. "Die Voraussetzungen sind ähnlich wie gegen Gummersbach", sagt Landsberg. Lemgo ist ein direkter Konkurrenz im Kampf um Platz sieben, den der SCM derzeit hält. Lemgo folgt mit drei Punkten Rückstand (bei einem Spiel weniger) auf dem neunten Rang. Für den weiteren Saisonverlauf hat das Spiel also durchaus einen richtungsweisenden Charakter.

Da wäre es eine ziemliche Katastrophe, wenn die beiden etatmäßigen Akteure am Kreis, Landsberg und Bartosz Jurecki, am Sonnabend fehlen würden. Landsberg hatte sich seinen Muskelfaserriss im Hüftbereich vermutlich schon beim Vorbereitungsturnier in Dessau zugezogen, seitdem klagt der 30-Jährige über Schmerzen in der Leistengegend. Sie schränken ihn in der Seitwärtsbewegung ein, an ein volles Training in den letzten Wochen war also nicht zu denken.

Jurecki zog sich im EM-Qualifikationsspiel mit der polnischen Nationalmannschaft gegen Slowenien eine Knieprellung zu, die ebenso schmerzt. Trainer Frank Carstens hatte sich Benjamin Meschke von den Youngsters ins Training geholt, aber auch er klang gestern alles andere als gesund. "Ich habe schon in der vergangenen Woche rumgekränkelt", berichtet er. Jetzt hat ihn ein grippaler Infekt ans Bett gefesselt, seit Montag hat Meschke keine Einheit mehr absolviert. Zum Sonntag, dann ist Lehrgang mit der Juniorennationalmannschaft, will er wieder fit sein.

Carstens war sich bereits sicher, dass sowohl Landsberg als auch Jurecki am Sonnabend aktiv ins Geschehen eingreifen werden. Auch Landsberg bestätigt: Ein Spiel ohne die beiden Kreisspieler, "das wird nicht passieren, und wenn wir beide alle fünf Minuten wechseln müssen".

Die Vorbereitung ist am Dienstag nach Einheiten der physischen Belastung erstmals in den taktischen Bereich vorgedrungen. Landsberg weiß, was gegen Lemgo zu beachten ist, in der Hinrunde (27:25-Sieg) "haben wir ein riesen Spiel gemacht", erinnert er sich. Und zwei Dinge sehr richtig: "Wir haben den Rückraum abgemeldet, Holger Glandorf nicht ins Rollen kommen lassen und das Tempospiel unterbunden."