Magdeburg. Bereits am Dienstagabend hatten sich zahlreiche FCM-Anhänger beim Fan-Abend in den Räumlichkeiten des "Club 65" an der Gieselerhalle kritisch, aber sehr sachlich mit der aktuellen Situation in ihrem Lieblingsverein auseinandergesetzt. "Keiner von uns geht auf den Platz, um absichtlich zu verlieren", antwortete Kosta Rodrigues auf die Frage eines Fans, ob der FCM zuletzt womöglich gegen seinen Trainer Ruud Kaiser gespielt habe. Die gravierenden Leistungsschwankungen im Team kommentierte der Neuzugang so: "Einige von uns müssen begreifen, dass Fußball unser Beruf und kein Hobby ist."

Svenja Bergroth, die Nachfolgerin von Rüdiger Bartsch als Geschäftsführerin der Stadion- und Sportmarketing GmbH, gab das Versprechen: "Der FCM plant für die kommende Saison wie für die laufende" (2,5 Millionen-Euro-Etat/d. Red).

Allerdings hatte sie sich in einer anderen Angelegenheit recht weit aus dem Fenster gelehnt. Denn auf die Feststellung eines Anwesenden, man müsse doch den Coach trotz der "Kaiser-raus-Rufe" nach der Niederlage gegen Plauen nicht vor den eigenen Fans schützen, antwortete Frau Bergroth: "Wenn es sich im Verein wieder beruhigt hat, steht Ruud Kaiser bei künftigen Fan-Abenden auch wieder zur Verfügung."

Eher ausweichend dagegen ihre Auskunft zu den FCM-Sponsoren: "Viele halten dem Verein die Treue. Das ist in sportlich schlechten Zeiten umso wichtiger." Dann jedoch der "Stich ins Wespennest" angesichts des augenscheinlichen Führungs-Vakuums der vergangenen Wochen: "Andere wollen den Antritt des neuen Präsidiums abwarten."

Wie das berühmte Pfeifen im Walde muteten zudem Frau Bergroths Erläuterungen zur Rivalität mit den SCM-Handballern an: "Handball ist ein anderes Produkt und bedeutet für mich keine Konkurrenz. Wir haben viele gemeinsame Sponsoren. Und wenn ich ein gutes Konzept habe, binde ich die Sponsoren an mich." Ihr fielen drei ehemalige FCM-Sponsoren ein, die jetzt beim SCM sind und mit denen sie "viele gute Gespräche geführt" habe.

Nur begrenzt abwarten kann zum Zeitpunkt Ende März das kickende Personal. Da sich inzwischen beim Regionalligisten bezüglich der Verträge Unsicherheit breitmacht, ergriff Kosta Rodrigues (Vertrag bis 2012) mit Blick auf die kommende Saison und seine besorgten Mitspieler noch einmal das Wort: "Die Situation für uns Spieler ist schwierig, denn wir haben keinen Ansprechpartner und wissen nicht, was los ist."

Einzig beruhigende Mitteilung des unterhaltsamen Abends war die Aussage von Pressesprecher Stephan Lietzow, dass der FCM seinen Lizenz-Antrag pünktlich beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingereicht hat. Geschäftsstellenleiter Bernd Tiedge grenzte gestern auf Volksstimme-Nachfrage ein, es handele sich hierbei lediglich um die "technisch-organisatorischen Dinge". Der wirtschaftliche Daten betreffende Hauptteil der Lizenz-Unterlagen muss bis 1. April beim DFB vorliegen.