Samswegen. Mit dem erwartet eindeutigen 718,2:569,2-Heimsieg über Empor Berlin ging am Sonnabend vor rund 250 Zuschauern für Gewichtheber-Bundesligist SSV 1884 Samswegen die 20. Bundesligasaison als Nordgruppenzweiter zu Ende. Als Erster dieser Vorrundengruppe qualifizierte sich der Berliner TSC für das Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Das Sextett aus dem Bördekreis, in dem erstmals in dieser Saison gleich vier Samsweger Eigengewächse aufgeboten wurden, überzeugte deutlich. Wolfgang Weber, Sportlicher Leiter der Bördestemmer, fand trotz der ungewohnt hohen Anzahl von elf Fehlversuchen lobende Worte für sein Team: "Es gab keinen Ausfall. Alle Heber haben unsere Taktik umgesetzt. Ich hatte ihnen vorgegeben, im Reißen wie im Stoßen mit einem Sicherheitsversuch zu beginnen. Dann durften sie nach Belieben steigern."

Mit der Folge, dass diesmal keiner der Gastgeber fehlerfrei blieb, was allerdings diesmal wegen des erdrückenden Übergewichtes nicht spürbar war.

Als bester Athlet des Abends präsentierte sich ein weiteres Mal Martin Herberg. Der vor der Saison vom AC Chemnitz in die Börde gewechselte Student setzte mit seinen 150 Punkten erneut Maßstäbe. Sein Saisondurchschnitt von 147 Zählern liegt etwa zehn Punkte höher als in der Saison 2009/10 für die Sachsen.

Nach dem Duell erneuerten Herberg und der Ex-Chemnitzer Markus Krümmer ihre Absicht, ihren Vertrag beim SSV Samswegen zu verlängern: "Solch einen Zusammenhalt haben wir bisher in unserer Laufbahn noch nicht erlebt. Wir haben unseren Schritt, nach Samswegen zu wechseln, nie bereut." Und noch jemand hatte besonderen Grund zur Freude. SSV-Trainer Hartmut Stellmacher, einst Junioren-Weltmeister, feierte am Sonnabend seinen 46. Geburtstag und strahlte: "Ein wunderschönes Geschenk."

Samswegen: Krüger 69,6 kg Körpergewicht/100 kg Reißen/133 kg Stoßen/233 kg Zweikampf/100,0 Punkte; Herberg 77,1/135/169/304/150,0; Wohl 78,8/120/150/270/114,0; Altmann 94,4/130/170/300/111,2; Krümmer 94,5/146/183/329/140,0; Bruse 112,4/141/171/312/103,0