Magdeburg. SCM-Schwimmer Leif-Marten Krüger ist wieder aufgetaucht. Seit 2002 bei der Bundeswehr und von 2007 bis August 2010 im niedersächsischen Warendorf stationiert, steht er nach Jahren der Stagnation nun mitten in seinem zweiten sportlichen Frühling.

Der 27-Jährige führt überraschend die Jahresbestenliste des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) über 100 m Freistil an – und das vor dem Hallenser Weltmeister Paul Biedermann. Auf den ungeliebteren 200 m Freistil rangiert Krüger immerhin auf Platz zwei, diesmal hinter dem Hallenser Ausnahmeschwimmer. Urplötzlich hat der als eher ruhig und besonnen geltende Magdeburger wieder die Motivation zu etwas ganz Großem: "Mein Nahziel ist die Qualifikation für die 100-m- und die 200-m-Staffel bei der WM in diesem Jahr." Und auch einen Platz im deutschen Staffelteam bei Olympia 2012 in London hält der SCM-Freistilsprinter für machbar.

Dabei schien Krügers sportliche Karriere fast beendet. Doch zur rechten Zeit kam am 1. September des Vorjahres der Wechsel von der Bundeswehr an die Fachhochschule der Polizei in Aschersleben. Der 1,88 m große Schwimmer kehrte damit auch zurück zu seinem langjährigen SCM-Trainer Bernd Henneberg – allerdings mit dem stattlichen Körpergewicht von 97 Kilo. "Ich bin stolz, dass ich jetzt nur noch 89 Kilo wiege. Ich habe meine Ernährung umgestellt. Es gibt eben kein Nutella-Brötchen mehr", lüftet er das Geheimnis.

Im Zusammenwirken mit seinem Trainer ("er hat immer zu mir gehalten") mit Guido Meyer, dem Trainingswissenschaftler am Olympiastützpunkt ("er schreibt für mich Trainingspläne") und in der "tollen Trainingsgruppe beim SCM, wo einer für den anderen da ist", ist sich Leif-Marten Krüger gewiss, seine sportliche Heimat wiedergefunden und die Grundlage für einen Neustart gelegt zu haben.

Das sieht auch Bernd Henneberg so: "Das hat ihm kaum jemand zugetraut. Vor allem über 200 m, wo er seine Bestzeit um zwei Sekunden verbessert hat, ist Leif-Marten eine Riesenüberraschung gelungen. Wenn er diese Zeit noch ein wenig puscht, kann er bei der WM dabei sein."

Dank der Unterstützung seiner Ausbildungsstätte, der Landespolizei Sachsen-Anhalt, ist nun wieder sechsmaliges Training pro Woche drin. Vor Wettkampfhöhepunkten gibt es Freistellungen – jedoch immer in Verbindung mit Studienaufgaben.