Magdeburg. Beim Thema HBW Balingen-Weilstetten läuten beim SCM alle Alarmglocken. Denn mit dem Gastgeber der heutigen Partie in der Handball-Bundesliga (Anpfiff 19 Uhr in der Balinger Sparkassen-Arena) haben die Magdeburger so ihre Probleme. 5:5-Punkte lautet die durchwachsene Bilanz seit der Spielzeit 2008/09. Und gänzlich in schlechter Erinnerung ist das letzte Aufeinandertreffen, schließlich erwischten die "Gallier von der Alb" die Carstens-Truppe beim Hinspiel in der Bördelandhalle auf dem verkehrten Fuß. Und so musste man eine bittere 23:25-Niederlage schlucken.

Noch heute schnellt der Puls bei Trainer Frank Carstens rasant in die Höhe, wenn er sich das Video aus besagtem Spiel anschaut: "Wenn man sich das anschaut, dann bekommt man schon Aggressionen", gibt der 39-Jährige unumwunden zu. Nur 23 Treffer, dafür 35 Ballverluste, 13 technische Fehler, die direkt in die Hand des Gegners gespielt wurden, und eine Reihe von frei verworfenen Bällen – das seien Werte gewesen, "die man von uns nicht gewohnt ist".

Doch seit dem 9. Spieltag Anfang November ist viel passiert, woraus Carstens schließt, dass es heute nicht zur Duplizität der Ereignisse kommt. "Wir sind stabiler geworden und haben momentan eine gute Angriffsleistung aufzuweisen." Das Tempospiel sei inzwischen ein Trumpf des SCM - "resultierend aus einer starken Verteidigung und einer guten Torhüterleistung", so der Coach, der vor den heimstarken und in der Abwehr sehr hart zupackenden Balingern nicht vor Ehrfurcht erstarrt, sondern selbstbewusst zum Gegenangriff übergeht: "Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen das Spiel gewinnen und unseren siebten Platz verteidigen."

Diese unmissverständliche Ansage könnte gegebenenfalls vom Gegner auch als ein "Sich-selbst-Starkreden" interpretiert werden. Denn die personelle Konstellation beim SCM ist alles andere als optimal. Unter der Woche mussten mit Kjell Landsberg und Bartosz Jurecki gleich beide Kreisläufer pausieren, beide konnten allerdings gestern wieder mittrainieren. Dicke Fragezeichen stehen derzeit auch noch hinter den Einsätzen der ebenfalls angeschlagenen Rückraum-Linken Bennet Wiegert und Fabian van Olphen. "Wir haben versucht, um die Problemzonen drumherrum zu trainieren mit Damir Doborac als Alternative auf Halblinks", erklärt Carstens, der zumindest auf einen Einsatz des Kapitäns hofft. "Fabian ist jetzt annähernd beschwerdefrei, mal sehen, ob es für 60 Minuten reicht."

Mit Verletzungen zu kämpfen haben nach wie vor auch die Gastgeber. Noch vergangene Woche hatte Balingens Trainer Rolf Brack die leise Hoffnung, dass neben den schmerzlich vermissten Jo Boisedu, Felix König und Mare Hojc wenigstens Rückraum-Shooter Schlinger mit von der Partie sein könnte. "Seine ,Gehversuche‘ haben aber gezeigt, dass die Chancen für einen Einsatz Richtung null tendieren", so der Coach. Auch Spielmacher Benjamin Herth konnte nach einer Wadenverletzung, die er sich in Wetzlar zugezogen hatte, zuletzt nur eingeschränkt trainieren.

Zu allem Unglück knickte Anfang der Woche auch noch Daniel Wessig, neben Keeper Martin Ziemer ein alter Bekannter beim SCM, im Training um. Was zunächst schlimm ausgesehen hatte, entpuppte sich letztendlich "nur" als Bänderdehnung, und der Balinger Neuzugang geht davon aus, dass er gegen seinen alten Verein mit entsprechenden Bandagen auflaufen kann.