Magdeburg. Ihr überraschender Auftritt hat alle begeistert: In einer "Aktion Bademantel" reisten sieben Fans des 1. FC Magdeburg am Sonnabend in Uerdingen an, bekleidet eben mit Bademänteln – ganz in Blau oder in Weiß oder auch in Braun-Beige. Dann trommelten sie, riefen sie, trauerten sie. Denn die Wasserball-Union Magdeburg hatte die Playoff-Partien zwei und drei um den Einzug in die Bundesliga-Gruppe A bei Bayer verloren. Ein 8:9 (3:5, 0:0, 2:2, 3:2) am Samstag folgte ein 4:7 (2:2, 1:1, 0:1, 1:3) am Sonntag – und beide Niederlagen ließen einen fassungslosen Trainer Vlad Hagiu zurück.

Hagiu hat seinen Schützlingen gestern und heute trainingsfrei gegeben und damit die Chance zum Abschalten. Die Vorarbeit zu den Playoffs sei bereits ein halbes Jahr lang geleistet worden, betont der Coach immer wieder. Aber was nach dem erfolgreichen Start in Magdeburg am Mittwoch zuvor dann in Uerdingen passierte, ordente Hagiu unter "incredible", unfassbar also, ein.

Der 47-Jährige hatte sein Team auf das Spiel in der Uerdingeram Samstag eingeschworen, mit deutlichen Worten, mit Taktiktafel, mit vielen Gesten. Dass es dann an der Umsetzung haperte, mag "zu viel Adrenalin und zu großer Nervosität" geschuldet gewesen sein, vor allem aber "fehlte uns die Disziplin". Die ersten beiden Viertel der jeweiligen Partien sollte WUM mit Köpfchen schwimmen, um dann die konditionelle Stärke in den folgenden Abschnitten auszuspielen. Unfassbar blieb allerdings die Bilanz von Lazar Kilibarda, der allein von neun Möglichkeiten am Samstag lediglich zwei zum Torerfolg nutzte.

Wie immer in solchen Situationen, wenn der Trainer als Psychologe gefragt ist, bleibt Hagiu nur das gemeinsame Gespräch. Er wird es nun mit jedem einzelnen Akteur führen, um die neue Motivation für die vierte Partie am Sonnabend in der Elbeschwimmhalle (18 Uhr) herauszukitzeln.

Ilia Butikaschwili hat "den Glauben, die Hoffnung und den Willen", in die A-Gruppe aufzusteigen, wenngleich die Aufgabe ohne Kilibarda nicht einfacher wird. Der 25-Jährige hatte eine "Rolle" kassiert und ist am Samstag nicht dabei. Der Deutsche Schwimmverband muss zudem entscheiden, ob Kilibarda im möglichen fünften Match (6. April in Uerdingen) seinen roten WUM-Bademantel wieder überziehen darf – zur Einschätzung der Schwere seiner Tat werden in der Regel Spieler und Schiedsrichter befragt.