Von Uwe Tiedemann

Magdeburg. Es waren erfreuliche Zahlen und positive Signale, die Heinz Baltus, Präsident des Magdeburger Galopprennvereins, auf der Jahreshauptversammlung im Ramada-Hotel zu vermelden hatte. Das überrascht umso mehr, kämpft doch die Sportart wegen mangelnder Sponsorengelder und neuerdings auch aufgrund der geplanten Neuregelung des Glücksspielstaatsvertrages ums Überleben.

Maßgeblichen Anteil daran, dass es in Magdebureg wieder aufwärts geht, dürfte Baltus selbst haben. Der anfangs mit gewissem Argwohn bedachte 58-jährige Bauunternehmer hat dem Verein seit seiner Amtsübernahme im März 2010 neues Leben eingehaucht. "Nicht nur reden, sondern handeln, die Dinge anpacken", lautet seine Maxime.

So sollen 2011 vier Renntage durchgeführt werden, einer mehr als im vergangenen Jahr. Die Mitgliederzahl konnte gleich um ein Drittel (von rund 60 bei Baltus‘ Amtsantritt auf heute 103) gesteigert werden. Auch die Sponsorengelder erreichen neue Rekordwerte. Baltus, der zusammen mit den sechs Präsidiumsmitgliedern erwartungsgemäß einstimmig entlastet wurde, verkündete: "Wir kalkulieren mit einer Summe von 200 000 Euro. Davon haben wir 120 000 unter Vertrag, von denen 40 000 wiederum schon geflossen sind. Der erste Renntag am 16. April ist also voll abgesichert."

Am übernächsten Sonnabend erwarten den Zuschauer bei geplanten sieben Rennen zahlreiche Verbesserungen. So wurde dem Wunsch vieler Trainer Rechnung getragen und die Bahn mit Sand aufgefüllt, die Tribüne erfuhr ebenfalls eine Renovierung, ferner sollen bis zum 16. April neue Kamera-türme installiert werden.

Was mögliche Probleme beim Glücksspielstaatsvertrag anbetrifft, gab der Präsident Entwarnung. Staatsminister Rainer Robra habe ihm versichert, dass der Galopprennverein nicht zur Kasse gebeten werde.

Es gibt diesbezüglich aber auch ganz andere Stimmen. Der Dachverband, das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen in Köln, befürchtet, dass bei der Neuregelung das alte Rennwett- und Lotteriegesetz von 1922 unter den Tisch fällt, damit die Wettgewinne nicht mehr wie bisher in die Zucht fließen und der gesamte Galopprennsport einschließlich der mehr als 3000 Arbeitsplätze vorm Aus steht. Andreas Neugeboren, Vize-Präsident des Rennclubs Halle, schlug in die gleiche Kerbe: "Wir könnten mit einem Schlag aufhören."

Baltus bleibt gelassen: "Jeder Verein zahlt pro Jahr 16,66 Prozent Rennwettsteuer, von denen aber 96 Prozent wieder rückerstattet werden. Bei uns geht es um rund 35 000 Euro. Müssten wir die alleine stemmen, würde uns das sicherlich das Genick brechen. Aber soweit wird es nicht kommen."