"Let‘s get ready to rumble" – der legendäre, in den USA sogar urheberrechtlich geschützte Spruch von Box-Sprecher Michael Buffer gilt heute Abend auch wieder einmal in der Magdeburger Bördelandhalle. Der Aufforderung zum Kampf folgen dabei im Supermittelgewichts-Duell um den WM-Gürtel des Weltverbandes WBO diesmal Lokalmatador Robert Stieglitz und Herausforderer Khoren Gevor (Armenien).

Magdeburg. "Die Boxstimmung in der Stadt hat in den letzten Tagen nahezu von Stunde zu Stunde zugenommen", freute sich gestern SES-Veranstalter Ulf Steinforth. 4500 Tickets waren bis Freitagmittag verkauft. Steinforth: "Unser Ziel bleibt eine volle Bördelandhalle."

Beide Kontrahenten gaben sich bis zuletzt sehr optimistisch. "Ich war besser als Abraham, ich war besser als Sturm, und ich bin besser als Stieglitz", behauptete der 31-jährige Gevor. Mit Abraham und Sturm hatte er mit das Beste vor den Fäusten, was das deutsche Berufsboxen derzeit zu bieten hat. Im dritten Anlauf um eine WM soll es heute Abend nun klappen.

Stieglitz (29), vom übertragenden Sender Sat.1 (live ab 23 Uhr) mit dem verpflichtenden Siegel "Der letzte Kämpfer" versehen, ficht das wenig an. "Ich bin mir gewiss, dass er mich nicht schlagen kann."

Das sieht auch sein "Betreuer" Axel Schulz so: "Robert muss nur von Anfang an den Kampf gestalten. Dann siegt er nach Punkten."

Stieglitz hat es auch mit in der Hand, den SES-TV-Vertrag mit Sat.1 zu verlängern, "Stimmt der Marktanteil, setzen wir die Zusammenarbeit fort", sagte Sat.1-Sportchef Sven Froberg. "Wir halten viel von SES." Der Münchner Sender, der ab 2012 die Champions League im Fußball an das ZDF verloren hat, braucht mehr Sport. "Wir benötigen weitere Boxer, die Titel haben und ins Profil passen", betont Froberg und beteuert: "Stieglitz ist einer der letzten echten Kämpfer. Das hat uns beeindruckt." Einmal war der 29-Jährige bereits im Programm: Beim Punktsieg im vergangenen November gegen den Mexikaner Enrique Ornelas hatte er 2,67 Millionen Zuschauer (13 Prozent Marktanteil). Jetzt wird Zuwachs erwartet.

Der Protest des Gevor-Lagers gegen die Zusammensetzung des Kampfgerichts verpuffte indes. Wie gestern Abend zu erfahren war, bleibt es bei der ursprünglichen Zusammensetzung.

Verwirrung bei den Frauen. Als Herausforderin Michelle Larissa Bonassoli auf die Waage kletterte, trauten die Offiziellen ihren Augen kaum: Satte 3,1 Kilo hatte die Brasilianerin zu viel auf den Hüften (oder anderswo). Also gab es nur eine Entscheidung – wenn Bonassoli sich wirklich um die drei Gürtel von Titelträgerin Ramona Kühne (SES) im Superfedergewicht bewerben will, muss sie bis heute 11 Uhr die bewussten Kilo "abkochen".

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