Dortmund (SID). Die Stimmung ist meisterlich, der Rubel rollt - Borussia Dortmund ist im Rausch der Emotionen, nun kann die Planung für die Titelparty und die Zukunft beginnen. Etwa 20 Millionen Euro allein aus den Gruppenspielen in der Champions League haben die Westfalen quasi in der Tasche, jedoch (noch) nicht die begehrte "Salatschüssel".

Zwar feierten die Fans das 3:0 (2:0) gegen den SC Freiburg noch lange nach dem Abpfiff, als sei die siebte Meisterschaft schon im Sack, doch für Trainer Jürgen Klopp zählt nur die Realität: "Das interessiert mich alles nicht. Wir müssen jetzt nach Gladbach, das in den Abstiegskampf zurückgekehrt ist. Dort wird man uns sicherlich nicht mit Tröten empfangen."

Zudem muss Klopp für den Rest der Saison ohne Nuri Sahin auskommen, für ihn eine "Katastrophe". Der Mittelfeldspieler hatte sich gegen die Breisgauer einen Teilriss des Innenbandes im rechten Knie zugezogen und wird sechs Wochen ausfallen.

Geht es nach den Anhängern, dann war der perfekte Super-Sonntag mit der Niederlage des Verfolgers Bayer Leverkusen (1:5 bei Bayern München) der Start in vier Dortmunder Festwochen bis zur Übergabe der Meisterschale am 14. Mai nach dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Denn angesichts des Vorsprungs von acht Punkten und der überragenden Tordifferenz von plus 44 (Klopp: "So viele haben wir früher noch nicht mal geschossen") benötigt der BVB nur noch vier Zähler aus den restlichen vier Saisonspielen, um eine außergewöhnliche Saison zu krönen. In Dortmund träumen sie bereits vom ganz dicken Osterei. Denn sollte am Samstag in Gladbach der 12. Auswärtssieg (Bundesliga-Rekord) gelingen und Leverkusen daheim gegen 1899 Hoffenheim Punkte verlieren, könnte die Sause steigen.

Kein Heimspiel wie jedes andere wird im Falle des Titelgewinns der Saisonabschluss am 14. Mai gegen Eintracht Frankfurt. 21 000 Anhängern legten die Borussen durch die Benachrichtigung über die Zuteilung einer der noch verfügbaren Eintrittskarten schon kurz vor Ostern ein Überraschungs-Ei ins Nest. Die Gewinner bei der Verlosungsaktion dürfen sich wahrlich glücklich schätzen: 375 064 andere Fans, die ebenfalls bei der voraussichtlichen Ehrung der Dortmunder als Meister 2011 im Stadion live dabei sein wollten, gingen leer aus.

Bei Hannover 96 gibt man sich unterdessen nicht mit der Qualifikation für die Europa League zufrieden. Die Niedersachsen haben im Kampf um den dritten Tabellenplatz Rekordmeister und Titelverteidiger Bayern München den Kampf angesagt. Im Farbenspiel der Niedersachsen ist Rang drei und damit die Chance auf die Champions League Trumpf - im Fernduell mit dem entthronten Titelverteidiger FC Bayern, in München ebenfalls die "Roten" genannt. Bei gerade mal einem Punkt Rückstand auf den Rekordmeister bläst 96-Trainer Mirko Slomka vor der auf heute vorgezogenen Partie in Freiburg selbstbewusst zum Angriff: "Wir lassen nicht locker und jagen die Bayern weiter. Ich bin lieber Dritter als Vierter."

Der Oster-Kurzurlaub ist längst genehmigt, unabhängig vom Spielausgang in Freiburg. Seine Profis sollen noch einmal durchatmen vor dem Saisonfinale, bei dem man zu Hause auf Mönchengladbach und Nürnberg trifft, unterbrochen von einem Gastspiel in Stuttgart.