Von Janette Beck

Magdeburg/Duisburg. Magdeburg ist im Deutschen Kanu-Verband (DKV) nach wie vor eine Hausnummer. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls nach der gestrigen Nominierung, denn danach haben gleich Dutzend Kanuten aus der Landeshauptstadt den Sprung in die Nationalteams der Leistungsklasse, U23 und Junioren geschafft. Allerdings hat die Sache auch einen Haken, denn ausgerechnet die erfolgsverwöhnten Rennsportkanuten des SCM haben eine "Fußnote" bekommen, nachdem sie bei der Qualifikation nicht restlos überzeugen konnten. Zudem fielen mit Sören Schust und Chris Wend zwei im Vorjahr erfolgreiche Kanuten sogar ganz durch den Nominierungsrost.

Bereits fest benannt wurde das 18-köpfige Team der Slalom-Kanuten, das sowohl bei der EM Mitte Juni in Spanien als auch bei der WM im September in Bratislava an den Start geht und die olympischen Quotenplätze für London holen soll. Zu den Auserwählten in der Leistungsklasse gehören mit Nico Bettge sowie den Zwillingen Kai und Kevin Müller auch ein Canadier-Trio vom Kanuclub Falke. Als Vierte ist Canadierfahrerin Tammy Behrendt mit von der Partie, die sich am Sonntag souverän ins Juniorenteam gefahren hatte.

Bei den Rennsportkanuten wurde eine erweiterte Mannschaft mit über 20 Mitgliedern berufen. Diese können sich beim Weltcup Ende Mai in Duisburg in den WM-Kader paddeln, der erst im Anschluss nominiert werden soll.

Einer der "Wackelkandidaten" des SCM ist Canadierspezialist Erik Leue, bei dem noch nicht feststeht, ob (und wenn ja, mit wem) er einen Zweier fährt. Weltmeisterin Conny Waßmuth wird nur auf nichtolympischen Strecken zum Einsatz kommen. Olympiasieger Andreas Ihle bekommt trotz enttäuschender Qualifikation die Chance, sich mit seinem Partner Martin Hollstein im K2 zu präsentieren. Nicole Beck wurde ins U23-Team berufen, Sprint-Youngster Florian Jeglinski erhielt ein Ticket für den Weltcup in Poznan. Den Sprung ins Junioren-Nationalteam schaffte neben den quasi "gesetzten" Michael Müller und Yul Oeltze auch noch Sören Hensel.