Halberstadt. "Dass ich einmal Regionalligatrainer werden würde, hatte ich bis vor wenigen Monaten, ja Wochen absolut nicht gedacht. Für mich war das Thema durch. Oberliga, da sah ich meine Möglichkeiten. Aber nun tatsächlich Regionalliga. Das ist für mich ein absolutes Highlight. So geht es übrigens nicht nur mir, sondern auch meinen meisten Spielern." Andreas Petersen, Trainer des Fußball-Oberligisten Germania Halberstadt, befindet sich mit seinem Team auf dem Höhenflug.

Die Mannschaft hat als Spitzenreiter der Südstaffel angesichts von noch vier ausstehenden Spieltagen satte zehn Punkte Vorsprung auf den schwächelnden Verfolger Auerbach.

Schon beim nächsten Spieltag, am Sonntag gastieren die Vorharzer bei Carl Zeiss Jena II, könnten Meisterschaft und Aufstieg perfekt gemacht werden. Wird dieser Spielball etwa vergeben, dann bleiben Germania an den darauffolgenden Sonntagen noch drei Versuche – Erfurt II (A), VfL Halle (A), Sachsen Leipzig (H).

Die Variante Jena als Schlussakkord würde den Halberstädtern natürlich am besten gefallen. Und die Chancen auf einen Auswärtssieg Germanias sind so schlecht nicht. Zwar müssen sie unter anderem auf Horst Rau (10. Gelbe) und voraussichtlich auch auf Florian Eggert (Knieverletzung) verzichten, doch die Vorharzer schwimmen förmlich auf einer Erfolgswoge. Seit 25 Spieltagen sind sie ungeschlagen. Lediglich das Saison-Auftaktspiel gegen Auerbach ging mit 0:1 verloren. "Dennoch werden wir in Jena ins Spiel gehen wie in jedes andere. Wir werden nicht übermotiviert sein", weiß Coach Petersen.

Zu Serienbeginn wandten sich einige Anhänger des Germania-Fußballs von ihrer Mannschaft ab. Die Verantwortlichen hatten im Sommer 2010 den großen personellen Umbruch des Teams vollzogen. Gleich dutzendfach wurden Änderungen im Spielerkader vorgenommen. "Mit der neuen Mannschaft kann ich mich nicht mehr identifizieren. Ich kenne ja kaum noch einen Spieler", lautete ein Vorwurf der Kritiker an den Verein.

Inzwischen haben sich die Verhältnisse geändert. "Schuld" daran ist natürlich in erster Linie die sportliche Erfolgsstrecke. Die Identifikation mit der neuen Mannschaft ging langsam vor sich. Nun aber ist man in Halberstadt und Umgebung neugierig geworden auf die Mannschaft. Aber auch stolz, denn gegen Dynamo Dresden II kamen zuletzt nicht 200 Zuschauer, wie es im "Normalfall" geschehen wäre, sondern 550 in die "Baustelle Friedensstadion".

Die Identifikation gelingt auch, weil Spieler wie Torhüter Sebastian Kischel und Alexander Kopp, die als einzige seit dem Aufstieg von der Verbands- in die Oberliga im Jahr 2003 noch im Kader stehen, zu den Leistungsträgern gehören.