Die 48. Saison der Fußball-Bundesliga ist bis zum Abpfiff eine der Paukenschläge, Superlative und Überraschungen geblieben. Der Husarenritt von Borussia Dortmund zur siebten deutschen Meisterschaft versetzte nach der offiziellen Krönung eine ganze Stadt in Titelrausch. "Das ist ein großer Tag für den BVB. Dieser 14. Mai wird in die Geschichte eingehen", jubelte Meistermacher Jürgen Klopp.

Düsseldorf (dpa). Triumph und Tragik hätten nicht dichter beieinanderliegen können: In der Dortmunder Arena wurde mit dem 1:3 der vierte Abstieg für Eintracht Frankfurt besiegelt.

Trauer am Main, Wunder am Rhein, Erleichterung und Ärger in Wolfsburg! Mit einem sensationellen Endspurt erreichte Borussia Mönchengladbach – vom 13. bis 30. Spieltag Tabellenletzter – in letzter Minute Relegationsplatz 16. "Erleichterung ja, Frohsinn nein. Am Ende zählt nur die Rettung", meinte Borussia-Trainer Lucien Favre nach dem 1:1 beim HSV. Schließlich geht das Zittern in den beiden Relegationsspielen am 19. und 25. Mai gegen den VfL Bochum weiter.

Als Retter des VfL Wolfsburg konnte sich Felix Magath nach dem 3:1 bei 1899 Hoffenheim feiern lassen. "So eine turbulente Saison habe ich noch nie erlebt", gestand der 57-Jährige, der Mitte März beim FC Schalke 04 seiner Aufgaben entbunden wurde und zwei Tage später in Wolfsburg anheuerte.

Vor einem Scherbenhaufen steht die Eintracht aus Frankfurt, die in der Vorrunde Tabellensiebter war und von der Europa League träumte. "Das ist alles sehr heftig und geht ganz tief", sagte Trainer Christoph Daum, der den freien Fall nicht stoppen konnte und sein erfolgloses Kurzgastspiel wohl beenden wird. Der FC St. Pauli Hamburg stand bereits als Absteiger fest.

Ende gut, alles gut hieß es bei Bayer Leverkusen. Mit dem 1:0 beim SC Freiburg wurde die Werkself nicht nur zum fünften Mal seit 1997 deutscher Vizemeister, sondern besiegte auch die Versagensangst. Bei einer Niederlage wäre Bayern München, das 2:1 gegen den VfB Stuttgart gewann, noch vorbeigezogen. "Dass wir hier ein richtiges Endspiel gewonnen haben, tut dem ganzen Verein gut", freute sich Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. Die Niederlage war auch für Freiburgs Trainer Robin Dutt ein Gewinn: Er wird als Nachfolger von Jupp Heynckes am Rhein gleich in die "Königsklasse" einsteigen.

Sein 66-jähriger Kollege muss dagegen für seinen Erfolg mit Bayer 04 bei seinem neuen Arbeitgeber Bayern München büßen. Platz drei reicht nur zur Champions-League-Qualifikation. "Es kann zum Beispiel Manchester City werden. Das ist das Problem", weiß Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Den einzigen Titel für den Rekordmeister gewann in dieser Saison Mario Gomez: Mit 28 Treffern sicherte er sich die Torjäger-Kanone. "Nun in einer Reihe mit klangvollen Namen zu stehen, macht mich stolz", sagte der 25-jährige Stürmer.

Dass in der 48. Spielzeit fast alles möglich war und vieles auf den Kopf gestellt wurde, zeigt ein Blick auf die Abschlusstabelle. Die Bundesliga-Dinos VfB Stuttgart, Werder Bremen, FC Schalke 04 und VfL Wolfsburg beendeten die Saison auf den Plätzen zwölf bis 15 – und taumelten alle lange am Abstiegs-Abgrund. Kaum ein Experte dürfte zudem vorausgesagt haben, dass Hannover 96 und Mainz 05 dafür in die Europa League einziehen.

Zwölf Trainerwechsel sorgten zudem für Diskussions- und Zündstoff. Nur in der Saison 2003/2004 gab es mit 13 Trennungen ein größeres "Hire and Fire". 894 Tore und damit 2,92 pro Partie trugen zur Attraktivität der Liga bei. Mit 32 Platzverweisen, 25 Mal Gelb-Rot und 1038 gelben Kartons gab es im Vergleich zu den letzten Jahren keinen negativen Ausreißer beim Fair Play.