Frankfurt/Main (SID). Silvia Neid als personifizierte Titelgarantie will keinen Rentenvertrag beim Deutschen Fußball-Bund, der DFB muss sich mittelfristig nach einem Ersatz für seine Frauen-Nationaltrainerin umschauen. "Irgendwann möchte ich schon noch einmal eine neue Her-ausforderung suchen. Ich möchte mit 60 auch nicht mehr auf der Bank sitzen. Dann wäre der Unterschied zwischen der Trainerin und den Spielerinnen zu groß", sagte die vertraglich bis 2013 an den DFB gebundene Neid.

Die an allen bisherigen sieben EM- und zwei WM-Triumphen der deutschen Fußballerinnen direkt beteiligte Neid wird am Freitag ihren Kader für die bevorstehende Heim-WM (26. Juni bis 17. Juli) bekannt geben. Sollte die 47-Jährige nach der WM-Endrunde mit Motivationsproblemen zu kämpfen haben, ist sogar ein vorzeitiges Ende ihrer Amtszeit möglich. Zwar möchte Neid nach heutigem Stand ihren Vertrag "auf jeden Fall" erfüllen, ein erneuter Triumph könnte diesen Standpunkt allerdings verändern und ein Gespräch mit DFB-Präsident Theo Zwanziger zur Folge haben. "Wenn wir zum dritten Mal Weltmeister werden würden, und ich das Gefühl hätte, dass ich das nicht mehr haben muss und ich mir die nächste EM oder Olympia auch schenken kann, dann würde ich ganz offen damit umgehen und mit Theo Zwanziger sprechen", erklärte die Fußballlehrerin.

Sollte das Neid-Team am 17. Juli in Frankfurt/Main zum dritten Mal in Folge den WM-Titel gewinnen, würde die DFB-Auswahl zum alleinigen Rekord-Weltmeister aufsteigen. Bislang teilt sich das deutsche Team diese Ehre mit den USA, die wie Deutschland in der Vergangenheit zweimal triumphierten. Nach der Endrunde werden Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz und auch Ariane Hingst ihre Karriere im deutschen Trikot beenden.