Dresden (dpa). Dynamo hat einen langen Atem gehabt, sowohl im Dauerringen mit der Stadt, erst recht in der 3. Fußball-Liga und auch im Endspurt in der Relegation gegen den VfL Osnabrück – im Rückspiel setzten sich die Sachsen am Dienstag-abend in der Verlängerung mit 3:1 durch (Hinspiel 1:1).

"Die SGD ist wieder da ...abgerechnet wird zum Schluss" steht auf den frisch gedruckten Aufstiegstrikots der Dresdner, die mit einer fulminanten Aufholjagd zum Ende der Saison einen wahren Feier-Marathon in der Elbestadt auslösten. Gestern Nachmittag wurde das Team von rund 20 000 Menschen auf dem Dresdner Altmarkt empfangen. Die Fans stimmten sich zunächst eineinhalb Stunden auf die große Party ein, ehe der offene Doppelstockbus mit der Mannschaft und den Familien auf dem Altmarkt vorfuhr.

Auch mehrere Rückschläge im Saisonverlauf und auch im Aufstiegsfinale konnten Dynamo nicht stoppen. Unter Trainer Ralf Loose, der das Amt von Vorgänger Matthias Maucksch am 12. April übernahm, verlor die Mannschaft in acht Spielen keine einzige Partie. Sechs Siege und zwei Unentschieden lautet die beeindruckende Bilanz, mit der die Dresdner im Schlussspurt noch Offenbach, Erfurt, Wehen Wiesbaden und zuletzt Osnabrück überholten. "In der Winterpause waren wir sieben Punkte weg von Platz drei, da hat keiner mehr dran geglaubt", sagte Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz erleichtert.

Der ehemalige Spieler, der 2004 selbst noch den letzten Zweitliga-Aufstieg mit den Schwarz-Gelben feierte, hat nun einige Sorgenfalten weniger. Für die zweite Liga muss der Club "nur" 830 000 Euro nachweisen, in der dritten wären es 2,045 Millionen an Bürgschaften gewesen. Rund 600 000 Euro sind den Dresdnern durch mündliche Sponsoren-Zusagen schon zugesichert. Er habe "keinen Zweifel" daran, dass es die entsprechenden Bürgschaften geben wird, sagte Oppitz..

"Dieser Aufstieg ist die Krönung einer Saison mit einigen Höhen und Tiefen, aber am Ende steht der Aufstieg als ein strahlender Stern", sagte der Erste Oberbürgermeister der Stadt Dresden, Dirk Hilbert (FDP).

Mit der Stadt will Oppitz in den kommenden Wochen ins Gespräch kommen, um die Stadionverträge neu zu verhandeln. Nach 2,4 Millionen Euro Stadionmiete in der dritten Liga, müsste Dynamo in der zweiten Liga 3,6 Millionen zahlen. Oppitz will versuchen, die Zahl zu drücken.

Loose hielt sich nach dem 3:1-Sieg in Osnabrück mit Auskünften über die Kaderplanung zurück. "Wir planen erst, wenn wir wieder einen klaren Kopf haben", sagte der 48-Jährige mit Blick auf das Partyprogramm der kommenden Tage. Jedoch ist klar, dass das Team kräftig durcheinandergewirbelt wird. Lediglich Cristian Fiel, Robert Koch, Sebastian Schuppan, David Solga und Lars Jungnickel haben ihre Verträge bereits verlängert.

Maik Wagefeld, der unter Loose erst wieder in den Kader kam und vorher aussortiert war, Maik Kegel und Gerrit Müller besitzen Verträge bis 2012. Müller weinte in Osnabrück bittere Tränen, da er sich einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen hat. "Ich habe es knallen gehört, da wusste ich, dass es etwas Schlimmes ist", sagte er nach dem Spiel.

Fragezeichen stehen hinter Kapitän Thomas Hübener, Florian Jungwirth, Timo Röttger, Dennis Bührer und Florian Grossert. Den Sturm muss sich Dynamo komplett neu kaufen, denn Alexander Esswein hat für drei Jahre beim 1.FC Nürnberg unterschrieben. Dani Schahin war von Greuther Fürth nur ausgeliehen und muss nun zurück.

Während sich Hübener gar nicht äußern wollte, ließ Jungwirth alles offen. "Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzen und schauen, dass wir etwas Gutes zusammen machen können", sagte der Innenverteidiger.

Auch auf der Torhüterposition könnte es zwei neue Gesichter geben. Benjamin Kirsten hat kein neues Angebot vorliegen. Axel Keller, der von 2008 bis Februar 2011 die Nummer eins im Kasten war, hätten nur noch zwei Spiele zur Vertragsverlängerung gefehlt, doch Maucksch nahm ihn aus dem Tor und auch Loose setzte nicht mehr auf den 34-Jährigen. Mit 14 Millionen Euro plant Dresden die zweite Liga.