Ein Titel reicht: Martin Schwalb hat vor seinem Abschied als Trainer des HSV Hamburg den Champions-League-Sieg verpasst. Dennoch gibt er als deutscher Meister zufrieden sein Amt ab.

Köln (dpa). Zufrieden, aber ohne Krönung: Martin Schwalb verlässt die Trainerbank des HSV Hamburg als deutscher Meister, ein Coup als möglicher Nachfolger des THW Kiel auch als Champions-League-Sieger blieb für den 48-Jährigen jedoch aus. "Das ist das letzte Champions-League-Spiel für Martin Schwalb als Trainer des HSV Hamburg", sagte der einstige Handball-Nationalspieler vor dem "kleinen Finale" gestern in Köln gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Im Spiel um Platz drei kniete sich sein Team dann noch einmal voll rein: Dank eines 33:31 (15:13)-Erfolges gegen die Mannheimer belegten die Hamburger den Bronzerang und sicherten sich dafür 100 000 Euro Prämie.

Nicht kampflos, aber ohne den nötigen Siegeswillen hatte der deutsche Meister am Samstag beim Endrunden-Turnier Final4 in Köln sein Halbfinale gegen Ciudad Real mit 23:28 (10:12) verloren. "Bei so einem Spiel müssen alle Spieler in Top-Form sein und das haben wir nicht geschafft. Aber das macht uns die Saison nicht kaputt", erklärte der Trainer und fügte an: "Ich bin trotzdem stolz auf die Mannschaft." Die Löwen waren ebenfalls im Halbfinale gescheitert: mit 28:30 (12:12) am FC Barcelona.

Der Partie um Platz drei konnte Schwalb nur wenig abgewinnen. "Ich liebe solche Spiele", meinte er und verdrehte demonstrativ die Augen. Das Duell sei für ihn nebensächlich. Aber: "Wir haben nichts zu verschenken. Und dann werden wir nach Hause fahren und Mittwoch die Meisterschale in Empfang nehmen", meinte der Olympia-Zweite von 1984.

Das Halbfinal-Aus bewertete der frühere Nationalspieler als wenig tragischen Betriebsunfall. Nicht die Nachfolge des THW Kiel als Champions-League-Sieger, sondern allein die Meisterschaft sei der Anspruch gewesen. "Wenn man eine Mannschaft so lange trainiert wie ich, und das waren jetzt sechs Jahre, und man als Ziel die deutsche Meisterschaft ausgibt, muss man sich auch treubleiben, wenn man das schafft", sagte Schwalb. "Der HSV Hamburg wird noch viele Chancen bekommen, die Champions League zu gewinnen."

Das Endspiel gewann Topfavorit FC Barcelona. Im rein spanischen Finale siegte man mit 27:24 (14:10) gegen BM Ciudad Real.