Magdeburg. Zwar heißt es von offizieller Seite, die Entscheidung über einen Wechsel von SCM-Kanu-Coach Eckhard Leue als Bundestrainer für die besten Kajak-Frauen Deutschlands nach Potsdam werde erst nächste Woche fallen. Doch die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Der Olympiadritte von Moskau 1980 und Vater von Canadier-Weltmeister Erik wird auch in Zukunft beim SC Magdeburg seiner Arbeit nachgehen.

Der Deutsche Kanu-Verband (DKV), der Anfang nächster Woche seine seit langem schwebende Personalentscheidung bekanntgeben will, hat sich für Jochen Zühlke entschieden. Der langjährige Potsdamer DDR-Auswahltrainer der sich 1991 dem Wolfsburger KC anschloss, später in China und zuletzt als Nationaltrainer Aserbaidschans tätig war, soll ab 1. Februar an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren.

Der in Wolfen beheimatete DKV-Präsident Thomas Konietzko bestätigte gestern auf Volksstimme-Nachfrage, Eckhard Leue bereits informiert zu haben: "Es war keine Entscheidung gegen Eckhard Leue, sondern für Jochen Zühlke. Letztlich gaben nur Nuancen den Ausschlag. Immerhin holen wir auf diese Weise einen deutschen Trainer nach Deutschland zurück." Konietzko äußerte die Hoffnung, Leue möge in Magdeburg weiterarbeiten: "Ecki Leue ist durch die lange Personaldebatte um seinen möglichen Wechsel nicht beschädigt. Wenn sich mehrere Vereine um ihn reißen, sehe ich ihn eher gestärkt."

In der Brust von SCM-Kanu-Abteilungsleiter Lutz Bengsch, als Vorstands-Vorsitzender des Landes-Sportbundes zugleich Leues Arbeitgeber, schlagen nach eigenem Bekunden zwei Herzen: "Aus Vereinssicht freue ich mich natürlich, dass ,Ecki‘ beim SCM bleibt. Ich hätte ihm den Wechsel gegönnt. Allerdings verstehe ich die Entscheidung des DKV nicht, der sich mit Jochen Zühlke einen Mann holt, der seit vielen Jahren nicht mehr in Deutschland arbeitet. Dabei haben die Frauen und der SC Potsdam ,Ecki‘ Leue ausdrücklich gewollt."

Im Olympiastützpunkt (OSP) selbst war bis gestern noch keine offizielle Information angekommen. OSP-Leiter Helmut Kurrat und Kanu-Bundesstützpunktleiter Björn Bach hoffen unisono, "er bleibt unserem Standort erhalten und wird mindestens bis Olympia 2012 weiter im Trainerpool arbeiten".