Magdeburg. Das ist doch mal eine Ansage: Die SG Neukölln hat den Winterschlaf beendet und geht verbal mit großen Zielen voraus. Die große Aufholjagd soll heute starten. In einer Pressemitteilung des Vereins heißt es zum Beispiel, "das Tabellenbild spricht eine undeutliche Sprache", weil einzelne Spiele aus der Hinrunde ausstehen. Das Tabellenbild sagt zumindest, dass die Berliner nach sieben Spielen mit 5:9 auf Rang sechs der Wasserball-Bundesliga, Gruppe B, stehen und der Gegner WU Magdeburg die Tabelle mit einer Partie weniger anführt.

Das ist wiederum eine Konstellation, die Frank Beiersdorf, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit bei WUM, so gar nicht kennt: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir in Neukölln mal als Favorit angetreten sind." Anschwimmen ist heute um 16 Uhr in der Schöneberger Halle.

Allein die Tabelle rechtfertigt die Konstellation nicht, beide Teams sind sowohl im Punktspiel als auch im Pokal bereits aufeinandergetroffen in dieser Serie. Jeweils in der Elbeschwimmhalle setzten sich die Magdeburger durch, einmal mit 14:7, einmal mit 14:10. Es gibt für WUM also keinen Grund, die Berliner zu fürchten, wenngleich sie den Angriff auf die direkten Konkurrenten SV Cannstatt (5.) und SV Krefeld (4.) angesagt haben, auch weil die heimstarken Berliner in eigener Halle noch sechs Saisonpartien austragen dürfen.

WUM hat sein Selbstbewusstsein um "ein gutes Gefühl" erweitert. Am Donnerstag war das Team zu Gast beim A-Bundesligisten Waspo Hannover. Die Tore wurden naturgemäß nicht mitgezählt in diesem Trainingsspiel, aber Trainer Hagiu soll sehr zufrieden gewesen sein mit dem Auftritt seiner Hünen.

Unter anderem hüteten Marc Böer und Marco Schoder erneut das Gehäuse der Magdeburger, beide "sollen sehr gut gehalten haben", so Beiersdorf. Das ist auch notwendig, denn Roland Kiffer hat immer noch Adduktorenprobleme, über seinen Einsatz wurde gestern Abend entschieden. Michael Knobloch ist am Donnerstag an der Schulter operiert worden. Dagegen hat Tom Hagendorf seine Angina überwunden. Der Einsatz von Daniel Bott ist fraglich: Er kämpft in seinem Haus immer noch gegen das Hochwasser an.