Hannover. Zwei Spieler drückten dem etwas schmeichelhaften 1:0 von Schalke 04 beim Überraschungsteam der Liga, Hannover 96, ihren Stempel auf: Gäste-Keeper Manuel Neuer (24) und Torschütze Raul (33).

Der Nationaltorhüter parierte unter anderem Schüsse von Emanuel Pogatetz (18.), Karim Haggui (29.) und Sergio Pinto (64.) und hatte mit seiner starken Leistung so wesentlichen Anteil am Schalker Erfolg. "Das war Extraklasse. An ihm haben wir uns die Zähne ausgebissen", bekannte hinterher 96-Trainer Mirko Slomka, der von einem "hochbrisanten, erstklassigen Spiel mit leidenschaftlich geführten Zweikämpfen" sprach, "leider ohne den ,lucky punch‘ für uns."

Die Auftakt-Heimniederlage nach der Winterpause dürfte die Niedersachsen dennoch nicht umwerfen. Über weite Strecken demonstrierte das Team mit aggressiver, druckvoller und technisch versierter Spielweise, dass der dritte Tabellenplatz kein Zufall ist. Nur nach dem Rückstand verloren die Platzherren kurzfristig den Faden. "Ich bin trotz des 0:1 sehr zufrieden. Wir haben vieles richtig gemacht und werden unseren Fans in dieser Saison noch eine Menge Freude bereiten. Unterm Strich hat diesmal das nötige Glück und die Entschlossenheit gefehlt", meinte 96-Kapitän Steven Cherundolo.

Vor allem Neuer stand einem weiteren Nadelstich im Wege. "Es hat alles gepasst. Unsere kompakte Defensive war der Garant für den Sieg", freute sich der 24-Jährige, hielt sich aber ansonsten verbal zurück: "Ich werde keine Prognose abgeben, wo wir am Ende landen." Auch in Bezug auf seine Zukunft – ob weiter auf Schalke oder doch zu den Bayern – ließ sich Neuer nichts Neues entlocken: "Wir werden uns zusammensetzen und sprechen. Wann das sein wird, muss man abwarten."

Das Tor des Tages fiel nach gut einer halben Stunde – eingeleitet durch den erst 17-jährigen Schalker Youngster Julian Draxler. Nach seinem Zuspiel flankte Lukas Schmitz präzise in die Mitte, wo Raul 96-Innenverteidiger Pogatetz entwischte und einschob. Ron-Robert Zieler, der erneut den Vorzug vor Florian Fromlowitz erhalten hatte, konnte den Ball nicht mehr entscheidend ablenken.

Für den fleißigen Spanier, der durchspielte, war es das erste Auswärtstor und das zehnte insgesamt. "Weltklasse! Er hat gekämpft wie ein Junger, ist total fit und reißt die anderen mit", lobte Trainer Felix Magath.

Die Statistik gibt ihm Recht. Raul hatte fünf Torschüsse, stolze 64 Ballkontakte, 92 Prozent seiner Pässe kamen an. Und noch etwas: Fünf seiner zehn Treffer erzielte der "Oldie" nach einer Flanke – so viel wie kein anderer Spieler der Liga.

Neuer über Raul: "Er ist nicht müdezukriegen. Wir können froh sein, dass wir ihn haben." Raul selber sprach von einem "ganz wichtigen Sieg" und hofft, "dass unsere Aufholjagd nun erst richtig losgeht".