Cesena/Magdeburg. Aus der Taufe gehoben wurde die Rennrodel-Staffel bereits vor vier Jahren. Schon ein Jahr später gehörte sie als fester Bestandteil zum WM-Programm. Innerhalb von nur vier Jahren mauserte sich die Team-Staffel von einem Test zu einem echten Höhepunkt. Aus der deutschen Mannschaft überhaupt nicht mehr wegzudenken ist dabei die Blankenburgerin Tatjana Hüfner.

Bei den am Freitag beginnenden 42. Weltmeisterschaften im italienischen Cesena steht die Team-Staffel nun aber vor ihrer "olympischen Reifeprüfung". Bei der Entscheidung am Sonntag beobachtet eine hochrangige Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) den Wettbewerb, der von Aktiven, Medien und Zuschauern gleichermaßen positiv aufgenommen wurde. Die Athleten genießen das Gemeinschafts-Erlebnis, die TV-Übertragungen erzielen überzeugende Quoten. Schließlich bieten die besten Rennrodler der Welt auch eine an Spannung kaum zu überbietende Vorstellung: Das Reglement ist leicht verständlich, für dramatische Augenblicke sorgt der Wechsel per Abschlag am Touchpad und dem sich dann öffnenden Starttor.

Für die Aktiven ist die Team-Staffel längst "eine großartige Geschichte mit Olympia-Reife", wie es die Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin Tatjana Hüfner einmal stellvertretend für ihre Kollegen formulierte. Sie kann im Team-Work mit den Freunden aus ihrer Rennrodel-Familie in Cesena den Beweis der Olympia-Tauglichkeit dieses Wettbewerbs selbst antreten: "Ich möchte mich für die Staffel qualifizieren, denn sie ist eine tolle Veranstaltung – nicht nur für uns Sportler, sondern auch für Zuschauer und Medien."

Zuvor muss sich die 27-Jährige allerdings in der Frauen-Konkurrenz durchsetzen. Doch sie kennt die Situation und gibt sich gelassen: "Es ist ja schon seit ein paar Jahren so, dass ich als Favoritin bei den Saisonhöhepunkten gehandelt werde. Das bin ich gewöhnt." Wer also auf der Olympiabahn von 2006 den Titel bei den Damen gewinnen möchte, muss wohl in erster Linie an Tatjana Hüfner vorbei, die in Cesena vor fünf Jahren bei den Olympischen Spielen Bronze gewann.