Magdeburg (ut). Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper sorgt sich um die Zukunft des FCM und fand angesichts der derzeit offenen Personalien (Präsidium zurückgetreten, Manager entmachtet/d. Red.) beim Neujahrsempfang mahnende Worte.

"Kompetenz ist das A und O. Deswegen muss zügig ein starker Manager installiert und der Marketingbereich professionell geführt werden. Den Posten des Präsidenten neu zu besetzen, ist natürlich auch wichtig, aber hier geht es mehr ums Renommee, nicht so sehr ums Tagesgeschäft. Und genau da muss man auf allen Ebenen zu jeder Tages- und Nachtzeit hellwach sein."

Der 55-Jährige kündigte an, die "Strukturen optimieren zu wollen" und damit auch dem FCM zu helfen. Konkret bedeutet das: Die Stadt bleibt weiter Eigentümer des Stadions, kümmert sich ab Juli aber nur noch um den technischen Betrieb. Die Stadion- und Sportmarketing GmbH (SSG), deren Verantwortung bislang zu 51 Prozent beim FCM und zu 49 Prozent bei der Baukonzessionsgesellschaft (BK) um Geschäftsführer Peter Fechner liegt, soll komplett vom Club übernommen werden. Die BK soll in diesem Prozess aufgelöst und das Aufgabenfeld auf die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft der Landeshauptstadt übertragen werden. Trümper beabsichtigt, in Kürze auch den Stadtrat über diesen Änderungsvorschlag zu informieren.

Der Club, der fortan pro Spiel Miete an die Stadt zahlt, kann dann, so Trümper, über Zuschauer, Sponsoren und Catering auf höhere Einnahmen hoffen. Der Oberbürgermeister bekräftigte, dass endlich der Aufstieg gelingen muss, "weil in der 4. Liga kein Geld zu verdienen ist".

Trümper erinnerte an das Jahr 2007 und hier insbesondere an den legendären 2. Juni, als im ersten Jahr des Stadionneubaus gegen St. Pauli (1:1) nur hauchdünn der Durchmarsch in die 2. Liga verpasst wurde ("So schlecht wie in dieser Nacht habe ich nie wieder geschlafen ...").

Die unübersehbaren Probleme in der laufenden Saison führte Trümper auch auf Defizite bei Rüdiger Bartsch zurück, der bereits als FCM-Manager entmachtet wurde und der nach Volksstimme-Informationen in Kürze auch als SSG-Geschäftsführer freigestellt wird. Nachfolgerin soll bis Juli SSG-Mitarbeiterin Svenja Bergroth werden. Trümper wollte dies allerdings nicht bestätigen.