Magdeburg. Frank Beiersdorf könnte auch in die Werbebranche wechseln. Solche Titel wie "demontiert und dominiert" sind bei Vereinen mit Siegermentalität ganz sicher gerne gesehen. Demontiert und dominiert, so erinnerte sich der Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit der Magdeburger, hatte nämlich die Wasserball-Union (WUM) im Hinspiel dieser Bundesliga-Saison den damals gastgebenden OSC Potsdam. Mit 17:10 gewann WUM diese Partie. Morgen Abend treffen beide Teams zum Rückspiel aufeinander, ab 18 Uhr in der Elbeschwimmhalle.

Trainer Vlad Hagiu hat indes die miese Leistung im Pokal gegen Spandau einfach aus der Erinnerung gestrichen und zum Beispiel am Mittwoch eine Videoanalyse der Potsdam-Partie vorgenommen. "Um die Motivation weiter zu pushen", erklärt es Beiersdorf. Denn die Motivation der Magdeburger hat nach dem vergangenen Wochenende einen weiteren Auftrieb erfahren. In dieser engen Partie in Neukölln (9:7) hatte sich WUM wie eine Spitzenmannschaft verhalten, hatte mit Geduld die Chance zum Sieg genutzt, hatte gerechtfertigt, warum sie an der Spitze der Gruppe B steht. Hagiu war damit sehr zufrieden. Leistung und Auftrieb sollen nun bestätigt werden.

Deshalb wird es nicht zwangsläufig ein deutliches Resultat geben gegen Potsdam. Die Vorzeichen sind beim Gegner diesmal andere. Eher wasserballungewöhnlich ist die Ankündigung des OSC, mit einem Fanbus nach Magdeburg zu reisen, was wiederum die WUM-Fans alarmieren sollte. Zudem agierte Potsdam im Hinspiel eigentlich ohne Keeper, André Koschmieder war damals krank, morgen ist er dabei. Zu beachten sind die beiden Routiniers – der massige Andreas Ehrl, 44 Jahre, als Centerverteidiger und der nach wie vor schnelle Lasse Norbaek, 40 Jahre. Der Däne hat seit elf Jahren den deutschen Pass, spielte in der Nationalmannschaft, feierte Erfolge in 400 Bundesliga-Spielen für die Wasserfreunde Spandau. "So einfach wird es also nicht", weiß auch Beiersdorf.

Dafürhat sich die Ausfallliste Hagius reduziert, es fehlt nur Michael Knobloch, der sich nach seiner Schulter-Operation bereits in der Physiotherapie befindet. Am Mittwoch konnte Keeper Roland Kiffer nach seinen Adduktorenproblemen erstmals wieder schmerzfrei trainieren.