Samswegen. Wie kann das deutsche Gewichtheben, vor allem die Bundesliga, attraktiver werden? Zwischen den Stemmer-Hochburgen in Chemnitz, Obrigheim, St. Ilgen und Samswegen machen sich alljährlich Funktionäre verschiedenster Couleur darüber Gedanken. Der einmal pro Jahr tagende Bundesliga-Ausschuss raffte sich schließlich Anfang Mai 2010 zu einem Beschluss mit weitreichenden Konsequenzen auf. Ab Saisonstart 2011/2012 im September wird es demzufolge statt der bisher 15 Vereine in drei Erstbundesligastaffeln nur noch zehn Vereine in zwei Staffeln (Nord und Süd) geben.

Wer jedoch glaubt, die sportlichste aller Lösungen würde sich durchsetzen, liegt weit daneben. Nicht die zehn punktbesten Vertretungen der laufenden Serie qualifizieren sich für die erste Liga, die dann nach territorialen Gesichtspunkten in eine Nord- und eine Südstaffel geteilt wird. Vielmehr müssen sich die derzeit neun ostdeutschen Vertretungen um die fünf Plätze in der Nordstaffel bemühen. Für die nur sechs Erstbundesligisten aus den alten Ländern werden die fünf Plätze in der Südstaffel reserviert.

Der von den zahlreichen Vereinen aus dem Süden und Südwesten dominierte Bundesliga-Ausschuss (jeder Erst- bzw. Zweitligist hat eine Stimme) verwarf jedoch alle anderen Vorschläge. Das wiederum hat zur Folge, dass von den aktuellen neun ostdeutschen Erstligisten vier und aus dem Westen nur ein Verein den Weg in die Niederungen der zweiten Liga antreten muss.

"Das Modell der zehn sportlich Besten stand nie zur Debatte", erinnert sich Lutz Witzel, Mannschaftsleiter des SSV Samswegen. "Auch wenn das auf den ersten Blick unausgewogen aussieht, können wir gut mit dieser Entscheidung umgehen, denn die Nordgruppe würde für uns Duelle mit dem Berliner TSC, dem AC Neuharden- berg, dem AC Chemnitz und Eibau bzw. Schwedt ergeben. Wir versprechen uns davon vier spannende Heimwettkämpfe gegen Vereine, mit denen wir uns auf Augenhöhe befinden. Das wird auch für unsere Fans attraktiver."

Die aktuelle Qualifikationstabelle (Durchschnitt der bisherigen Ergebnisse). Die ersten zehn wären für die neue 1. Bundesliga qualifiziert:

1. AV Speyer(Mitte) 817,3 Pkt 2. Berliner TSC (Nord)800,0 3. Germ. Obrigheim (Mitte)798,6 4. SSV Samswegen(Nord)728,6 5. Neuhardenberg(Nord)721,0 6. Roding(Süd)715,0 7. AC Chemnitz(Süd)710,5 8. St. Ilgen(Mitte)690,8 9. KSV Durlach(Mitte)670,7 10. Fortschr. Eibau(Süd)619,8 11. B.-W. Schwedt(Nord)619,3 12. Görlitz/Zittau(Süd)602,2 13. Empor Berlin(Nord)534,4 14. AC Meißen(Süd)515,1 15. KSC Langen(Mitte) 446,3