Die "Wölfe" sind auf Beutezug. Sechs neue Spieler hat der VfL Wolfsburg im Januar für rund 15 Millionen Euro verpflichtet. Manager Dieter Hoeneß, nach eigenen Angaben kein Freund von Winter-Einkäufen, vertei-digte die Transferpolitik des Fußball-Bundesligisten.

Wolfsburg (dpa). Sechs Profis, sechs Länder, vier Kontinente – zumindest auf dem Winter-Transfermarkt war der VfL Wolfsburg wie kaum ein anderer Fußball-Bundesligist international präsent. Ob die für rund 15 Millionen Euro erneuerte VfL-Mannschaft nun in den Kampf um die internationalen Plätze eingreifen kann, bleibt aber abzuwarten. Auf den englischen Trainer Steve McClaren wartet eine beachtliche Integrationsaufgabe: Neben dem deutschen Nationalstürmer Patrick Helmes muss er Spieler aus Tschechien, der Türkei, Südkorea, Venezuela und aus dem Kongo in das Team einbauen.

"Wir sind sportlich überzeugt und haben keine verrückten Dinge gemacht", verteidigte VfL-Manager Dieter Hoeneß die umstrittene Transferpolitik. Der seit gut einem Jahr in Wolfsburg tätige Ex-Profi ist nach eigenen Angaben kein Freund von Winter-Einkäufen. Seine Sommer-Transfers (Diego, Mario Mandzukic, Simon Kjaer) waren zwar teuer, zahlten sich sportlich aber nicht aus. Der deutsche Meister von 2009 dümpelt in dieser Saison im unteren Mittelfeld – deshalb musste Hoeneß nach dem 35-Millionen-Transfer von Torjäger Edin Dzeko zu Manchester City noch einmal aktiv werden.

"Wir haben sowohl eine strategische als auch eine kurzfristige Ausrichtung verfolgt", erläuterte Hoeneß. Neben Helmes (26), der zuletzt in Leverkusen nur auf der Tribüne saß, sollen die Routiniers Tuncay Sanli (29) und Jan Polak (29) aktuell den Konkurrenzkampf im Kader beleben. Sie könnten bereits am Samstag im Niedersachsen-Derby bei Hannover 96 Stammkräfte wie Grafite, Josue, Ashkan Dejagah oder Mandzukic aus der Startelf verdrängen. Der Nachbar aus Hannover hat übrigens ganz auf Wintereinkäufe verzichtet. "Wir haben eine intakte Mannschaft", betonte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Der Kongolese Dieudonne Mbokani sowie Yohandry Orozco und Koo Ja Cheol, für den auch die Young Boys Bern Transferrechte beanspruchen, gelten beim VfL als Investitionen für die Zukunft. "Der Umbau der Mannschaft ist im Gange und wird im Sommer weiter fortgesetzt werden", betonte Hoeneß. Bedenken an der Strategie – im Sommer kommt Lauterns kroatischer Torjäger Srdjan Lakic nach Wolfsburg – hat der VfL-Geschäftsführer nicht: "Für den Moment denke ich, dass wir es sehr gut hinbekommen haben."