Samswegen. Der Youngster der Stemmergilde des SSV 1884 Samswegen backt keineswegs kleine Brötchen. Der aus einer Gewichtheber-Familie stammende Florian Altmann (seine Mutter ist Schwester von Junioren-Vize-Weltmeister Detlef Jahnel, sein Onkel Herbert stemmte in den 70er Jahren erfolgreich das Eisen) hat nämlich zum einen im Bundesliga-Sextett seines Vereins den Anschluss gefunden. Andererseits ist der Lehrling in einer Meitzendorfer Bäckerei angehalten, genormte Brötchen in den Verkauf zu bringen.

Erst am zurückliegenden Wochenende schraubte der deutsche B-, A- und Juniorenmeister seine persönlichen Höchstmarken im Stoßen auf 171 Kilo, im Zweikampf auf 301 Kilo und in der Punktwertung auf 111,8 Zähler.

Auch sein Trainer Lutz Witzel bescheinigt dem 20-Jährigen, der seit elf Jahren den Hantelsport ausübt und fünf- bis sechsmal pro Woche trainert, ein "großes Talent" zu sein. Allerdings solle Altmann, der mittlerweile fast 95 Kilo auf die Waage bringt, immer noch ein wenig zunehmen, so der Coach, der damit die Hoffnung auf ein weiteres deutliches Leistungswachstum seines Schützlings verbindet.

Bei fast jedem seiner Heimauftritte in der Bundesliga stärken mehrere seiner Bäcker-Kollegen und Geschäftsführerin Kerstin Ostendorf ihrem "Flori" in der Samsweger Sporthalle den Rücken. Die Bäckerei ist zugleich eines der zahlreichen Unternehmen der Region, die sich dem Kreis der Samsweger Sponsoren angeschlossen haben. Erst vor dem letzten Auswärtswettkampf in Schwedt am vergangenen Sonnabend (der Mannschaftsbus startete bereits um 9 Uhr) zeigte der Ausbildungsbetrieb sein Entgegenkommen: Der Athlet hatte von 3 bis 6 Uhr gearbeitet und durfte dann pünktlich mit der Mannschaft an die Oder reisen.