Leipzig (dpa). Im Deutschen Handballbund (DHB) sind die Spekulationen um einen vorzeitigen Rücktritt von Bundestrainer Heiner Brand neu angeheizt worden. Noch vor dem ersten Treffen der "Task Force Nationalmannschaft" gestern Abend in Leipzig befürchtete DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier eine Demission seines Aushängeschildes vor der EM 2012 in Serbien.

"Ich habe ihm gesagt: Du musst weitermachen. Aber gefühlsmäßig glaube ich, dass die WM in Schweden sein letztes Turnier gewesen ist", sagte der Funktionär. Dennoch hoffe er, dass der Gummersbacher die Nationalmannschaft zur EM führt und dort einen der zwei vakanten Plätze für ein Olympia Qualifikationsturnier erkämpft. "Es würde nicht zu seiner Person passen, dass Heiner nicht bis zum Ende kämpft. Das ist nicht seine Natur", sagte Bredemeier.

Allerdings war am Freitagmittag noch offen, ob Heiner Brand beim Allstar Game der Nationalmannschaft gegen eine Bundesliga-Auswahl in Leipzig auf der Bank sitzen würde.

Dabei erfährt Brand trotz des WM-Debakels in Schweden mit Platz elf Zustimmung, Unterstützung und Vertrauen von allen Seiten. "Ich schätze Heiner nicht so ein, dass er sagt, er wolle gehen. Und rauswerfen kann man ihn sowieso nicht. Das steht nicht zur Debatte. Wir sind eine Mannschaft, die ihm absolut vertraut", erklärte Auswahl-Torhüter Johannes Bitter in einem Interview mit dem "Handball-Magazin"

Und auch aus den Reihen der Bundesliga wird dem Bundestrainer die Hand gereicht. Dabei geht vor allem Erfolgstrainer Alfred Gislason vom Champions-League-Sieger THW Kiel voran. "Es gibt einiges zu klären, und ich bin dafür, dass die Vereine in die Lösung der Probleme einbezogen werden, schließlich sind wir eng ins deutsche Handballgeschehen eingebunden, haben sehr gute Kontakte. Ob der DHB allerdings gemeinsam mit der Liga arbeiten will, erscheint mir sehr fraglich. Wir ausländischen Trainer würden gerne mitarbeiten. Wir sind gewillt, dass der deutsche Handball stark ist, denn davon leben auch wir", sagte der Isländer.