Magdeburg. Die Auszeichnung zum "Spieler des Tages" ist natürlich eine subjektive Wahrnehmung. Am Sonnabend wurde Ilia Butikaschwili, Center der Wasserball-Union Magdeburg (WUM), diese Ehre zuteil, aufgrund seines Einsatzes, seiner Cleverness, seiner drei Tore. Was sich allerdings bereits bei den Siegen in Neukölln und gegen den OSC Potsdam angedeutet hatte, fand in der Elbeschwimmhalle gegen den Duisburger SV 98 seine nahtlose Fortsetzung: Aus dem Team ragt inzwischen niemand mehr heraus – und es fällt niemand ob seiner Leistung ab.

Der 15:8 (5:1, 4:2, 4:2, 2:3)-Erfolg in dieser Bundesliga-Partie war der Erfolg nur einer Spitzenmannschaft in dem Spitzenspiel Tabellenerster gegen Tabellenzweiter. Duisburg hatte WUM zwar die bislang einzige Saisonniederlage im Hinspiel zugesetzt. Aber von Spannung war diesmal nichts zu spüren – von Beginn an nicht, bis zum Ende nicht. Viel zu dominant agierte der Gastgeber: im Zweikampf stärker, im Rückzugsverhalten stärker, in Abwehr und im Angriff stärker.

Das erste Anschwimmen ließ bereits vermuten, dass Duisburg jede Anspannung fehlen sollte. Zu gemütlich kraulten sechs Hünen der Mitte entgegen – und lagen nach 3:48 Minuten mit 0:3 hinten. Der DSV kam selbst auf nur zwei Torwürfe im ersten Viertel, denen eine Ernsthaftigkeit nachgesagt werden konnte. Das wurde in den beiden folgenden Abschnitten kaum besser. WUM agierte mit der neu gewonnenen Geduld und toller Disziplin. "Ich bin sehr zufrieden, wir haben sehr konzentriert gespielt und sehr gut verteidigt", sagte Trainer Vlad Hagiu, der seinen Schützlingen nach vier Siegen in Folge bis Mittwoch trainingsfrei gegeben hat, um sich dann allmählich auf die Aufstiegs-Playoffs im März vorzubereiten.

Erst im letzten Viertel durften auch die Duisburger ihre individuelle Stärke aufblitzen lassen, einen Konter bis zum erfolgreichen Ende schwimmen. WUM hatte eigentlich, von außen betrachtet, schon über die gesamte Distanz nicht das komplette Leistungspotenzial abrufen müssen. Und rief dann noch ein bisschen weniger ab – ohne die Kontrolle zu verlieren. Der "Spieler des Tages" trug am Sonnabend jedenfalls viele Magdeburger Namen.

WUM: Böer/Kiffer – Butikaschwili (3), Loncaric (2), Schlanstedt (2), C. Bott (2), D. Bott, Kilibarda (3), Stelzner (3), Hagendorf, Papadileris, Dammbrück