Hamburg (dpa). Mit einem Blitz-Start in die Saison hat Super-Sprinter Usain Bolt 40 000 Fans total begeistert und trotz Gegenwinds für die viertschnellste 200-Meter-Zeit der Leichtathletik-Geschichte gesorgt. 19,56 Sekunden – bisher waren nur der 23-jährige Jamaikaner selbst bei seinen beiden Weltrekorden (19,19/19,30) und Ex-Weltrekordler Michael Johnson (19,32) schneller. "19,56 sind sehr gut, schließlich will ich in dieser Saison keine Rekorde brechen. Ich bin hier einfach hergekommen, um eine gute Show zu bieten", sagte der Weltmeister nach seiner One-Man-Show am Samstag (Ortszeit) in Jamaikas Hauptstadt Kingston, wo noch vier weitere Weltjahresbestleistungen aufgestellt werden konnten.

US-Sprinter Tyson Gay gab in 45,05 Sekunden ein beachtliches 400-Meter-Debüt. Die WM-Dritte Carmelita Jeter gewann die 100 Meter in starken 10,94 Sekunden. Zum ersten Zwei-Meter-Hochsprung der Freiluftsaison schwang sich Chaunte Howard (USA) auf. Chris Solinsky ist bei seinem Debüt über 10 000 Meter gleich US-Rekord gelaufen. Der 25-Jährige brach mit seinem Sieg in 26:59,60 Minuten in Palo Alto/Kalifornien auch in die Phalanx der dunkelhäutigen Asse ein: Noch nie rannte ein Leichtathlet, der nicht in Afrika geboren ist, diese Strecke unter 27 Minuten.

Auch in Thüringen ging am Samstag die Post ab: Bei den deutschen 10 000-Meter-Meisterschaften in Ohrdruf blieb ein Quartett unter den Normzeiten für die EM Ende Juli in Barcelona. Die Kölnerin Sabrina Mockenhaupt feierte bei ihrem "Soloritt" nach 32:10,31 Minuten bereits ihren sechsten Titelgewinn , neuer Meister bei den Männern ist Christian Glatting (Wattenscheid/28:40,18).

Streckenrekorde gab es beim Marathon. In Hannover setzte sich der Kenianer Yussuf Songoka in 2:08:52 Stunden durch. In Düsseldorf gewann Jaroslaw Musinschi aus Moldau in 2:08:32 Stunden. Damit blieb der 33-Jährige als erster Europäer in diesem Jahr unter 2:10 Stunden. Trotz Rückenproblemen und Trainingsdefiziten kam Falk Cierpinski (Spergau) in 2:17:18 Stunden auf Rang vier.