Leipzig (dpa). Bei der Hatz der "Löwen" hatten die "Zebras" einmal mehr den längeren Atem: Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel ist gestern durch ein hart erkämpftes 31:30 (12:13) gegen Liga-Kontrahent Rhein-Neckar Löwen zum vierten Mal in Serie ins Halbfinale der Champions League eingezogen und entwickelt sich langsam zum internationalen Alptraum der Badener.

Denn die ambitionierten Löwen, die bereits das Hinspiel vor einer Woche nur knapp mit 28:29 verloren hatten, scheiterten in der Königsklasse wie in der Vorsaison – da war im Halbfinale Endstation – am Erzrivalen.

Während die Kieler beim erstmals ausgetragenen Final-Four-Turnier des bedeutendsten Club-Wettbwerbs am 29./30. Mai in Köln Zusatz-Einnahmen im sechsstelligen Bereich kassieren, müssen die in beiden Duellen ebenfalls stark aufspielenden und bitter enttäuschten Löwen zuschauen. In einem Endspiel würdigen Handball-Krimi in der mit 10 250 Zuschauern ausver- kauften Sparkassen-Arena machten die Gastgeber erst in den letzten vier Minuten auch dank Torhüter Thierry Omeyer den Sieg perfekt.

Im Europapokal der Pokalsieger zog Altmeister VfL Gummersbach mit einem 31:28 (16:12) beim spanischen Club Navarra San Antonio ins Finale ein und trifft dort auf BM Granollers aus Spanien. Der TBV Lemgo schaffte im EHF-Pokal durch ein 34:26 (20:13) gegen Ciudad Longrones (Hinspiel 25:30) ebenfalls den Sprung ins Endspiel und spielt gegen Kadetten Schaffhausen. Die Schweizer schalteten die SG Flensburg-Handewitt, die nach dem 21:24 das dritte "Bundesliga-Opfer" von Schaffhausen wurde, aus. Schaffhausen, das in der Qualifikation zur Champions League Lemgo bezwang und somit den Rauswurf von Markus Baur und Daniel Stephan verursachten, warf zuvor im Viertelfinale auch FA Göppingen raus.

In der Bundesliga flogen am "Tag der Arbeit" bei der Keller-Partie zwischen TSV Dormagen und Schlusslicht GWD Minden die Fäuste. Nach einer turbulenten Endphase, in der Dormagen 67 Sekunden vor Schluss 31:29 führte, konnte Minden mit einem direkten Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit ausgleichen. Dafür machten einige Fans die Schiedsrichter Bernd und Reiner Methe verantwortlich, die unter Polizeischutz aus der Halle gebracht wurden.

Auch HBL-Spielleiter Uwe Stemberg als Spielaufsicht wurde angegriffen. "Ich bin hinter den Schiedsrichtern hergegangen und habe dann einen Schlag am Kopf gespürt. Und als ich dann wieder zu mir kam, hatte sich der Mannschaftsarzt von Dormagen über mich gebeugt und gefragt, ob ich ihn sehen kann. Ich war weggetreten", sagte Stemberg gestern. Anzeige erstattete er jedoch nicht. Dormagen legte unterdessen Einspruch gegen die Wertung der Partie ein, da in der letzten Minute Minden mit einem Spieler zu viel agiert und so einen Dormagener Torwurf vereitelt haben soll.