Das Abwehr-Bollwerk hielt bis zur 86. Minute: Der stark ersatzgeschwächte und in der Defensive aufopferungsvoll kämpfende Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg verlor gestern Abend beim Tabellenzweiten VfL Wolfsburg II unglücklich, aber verdient durch ein Tor von Yilmaz mit 0:1 und bezog damit seine siebte Rückrundenniederlage.

Wolfsburg. Der buchstäblich mit dem letzten Aufgebot angereiste FCM – auf der Bank saßen lediglich die vier "Nobodies" Christian Gropius (Ersatztorwart), Philipp Hennecke, Henrik Gallien und Hannes Schock – geriet zwar von Beginn an unter Druck, überstand aber die Anfangsphase unbeschadet und präsentierte sich auch im weiteren Verlauf recht kompakt.

Und wenn es wirklich einmal gefährlich wurde, konnten sich die Gäste wieder einmal auf ihren Keeper Tischer verlassen. Eigene Chancen gab es dagegen keine; dafür kam zu wenig aus dem Mittelfeld bzw. konnten sich die Stürmer gegen die Wolfsburger nicht durchsetzen.

Mitte der ersten Halbzeit lag dann allerdings mehrfach die Führung der Gastgeber in der Luft, belagerte der VfL förmlich das Tor des FCM, der Glück hatte, dass die quirligen Platzherren im Abschluss sündigten oder sich oftmals zu spät vom Ball trennten. So ging es mit einem für den Club eher schmeichelhaften 0:0 in die Pause.

Nach dem Wechsel das gleiche Bild: Wolfsburg zumeist drückend überlegen und vielen Möglichkeiten, Magdeburg ganz auf Torsicherung bedacht und erschreckend harmlos im Angriff. Die Frage lautete: Wie lange würde das Abwehr-Bollwerk halten? Den Niedersachsen, die sich noch geringe Hoffnungen auf den Sprung in die dritte Liga machen, lief natürlich so langsam auch die Zeit davon.

In der 71. Minute wäre der Spielverlauf beinahe auf den Kopf gestellt worden, als Ujazdowski plötzlich vorm VfL-Gehäuse auftauchte und Hitz das 0:1 verhinderte.

In der Schlussphase verstärkte der VfL noch einmal seine Offensivbemühungen und wurde durch ein spätes Tor von Yilmaz, der im Nachsetzen Tischer mit einem Flachschuss ins lange Eck überwand, noch belohnt.

Kommentar von FCM-Trainer Carsten Müller: "Die taktische Grundordnung, sehr tief zu stehen, war ganz bewusst gewählt. Schade, dass uns am Ende vier Minuten gefehlt haben, um doch noch einen Punkt einzufahren. Am verdienten Sieg der Wolfsburger gibt es allerdings nichts zu deuteln."

VfL Wolfsburg II: Hitz - Ahlschwede, Reiche, Karimow, Wolze (54. Esswein), Yilmaz, Schindzielorz, Kreuels, Riemer, Klos, Könnecke (90. Altiparmak)

FCM: Tischer - Bankert, Prest, Gaebler, Neumann, Wolf, Tüting, Friebertshäuser (89. Gallien), Watzka, Siga (74. Schock), Ujazdowski

Schiedsrichter: Brand (Gerolzhofen). Zuschauer: 675. Tor: 1:0 Yilmaz (86.). Gelb: -- / Siga, Friebertshäuser, Tüting