Magdeburg. Es brodelt an der Basis beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Ein vehementer Kritiker von Präsident Volker Rehboldt ist der Sülzetaler Gerd Dorn, der den Club-Chef bereits bei der jüngsten Mitgliederversammlung zum Rücktritt aufgefordert hatte und nun mit der Aktion "Neuanfang jetzt – aber richtig" nachlegt. Dorn will Mitglieder bewegen, ein von ihm entworfenes Schreiben an den Aufsichtsrat zu unterzeichnen, der dann Rehboldt von seinen Aufgaben entbinden soll.

Ein wenig irritierend wirkt dabei der Hinweis, dass sich die Unterzeichner auch "vertrauensvoll" an Aufsichtsratsmitglied Ingolf Nitschke wenden können.

Der Autohaus-Geschäftsführer war seit Ende Mai 2003 selber Präsident, Anfang Oktober 2004 nach heftigen Turbulenzen zurückgetreten und gehört seit September 2009 dem Aufsichtsrat an.

Könnte nun eventuell der Eindruck entstehen, Nitschke würde den Vorstoß sogar unterstützen? Der Betroffene weist das weit von sich: "Ich habe mich damit in keiner Weise positioniert, sondern lediglich bereit erklärt, das Thema bei der nächsten Aufsichtsratssitzung vorzutragen. Ich denke, solche Dinge, also mit Fans zu reden und auch einen Brief entgegenzunehmen, gehören sogar zu meinen Aufgaben. Ich bin schließlich von den Mitgliedern gewählt worden." Dass nun gerade er angesprochen wurde, bezeichnete er eher als Zufall oder als Zeichen dafür, dass er eben viele Kontakte zu FCM-Anhängern habe.

Eine persönliche Stellungnahme zu der geplanten Aktion lehnte Nitschke ab: "Ich möchte das nicht werten."

Wie geht es jetzt weiter? Nitschke: "In Kürze findet turnusgemäß die nächste Aufsichtsratssitzung statt. Dort werden wir uns dann mit dieser Angelegenheit beschäftigen." Allerdings dürfte der Tagesordnungspunkt wohl schnell vom Tisch sein. Denn auf die Frage, wieviel Unterschriften bei ihm bislang eingegangen seien, antwortete Nitschke: "Eine einzige, datiert vom 26. April."

Dazu passt: Erst kürzlich hatte der Aufsichtsrat auf einer Sondersitzung dem Präsidium ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen.