Magdeburg. Die Saison für Deutschlands Kanu-Rennsport-Leistungsklasse nimmt deutlich an Fahrt auf. Gut im Rennen sind nach der zweiten Qualifikation auch die Athletinnen und Athleten des SCM. Mit den Olympiasiegern von Peking, Conny Waßmuth und Andreas Ihle, Canadier-Weltmeister Erik Leue und Sören Schust paddelte sich ein Quartett aus der Elbestadt bei den Rennen auf der Duisburger Wedau in die Auswahl des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV). Sie müssen sich nun bei den ersten beiden Weltcups für die Saisonhöhepunkte WM (19. bis 22. August in Poznan) und EM (2. bis 4. Juli, Trasona/Spanien) beweisen.

Zufrieden mit dem Abschneiden der SCM-Kanuten zeigte sich gestern auch deren Abteilungsleiter Lutz Bengsch, am Wochenende in Duisburg Augenzeuge: "Vier Leute in der Nationalmannschaft – damit darf man zufrieden sein. Bei den Weltcups kommt es jetzt darauf an, dass für sie möglichst viele Einsätze in den olympischen Disziplinen herauskommen."

Bengsch räumt jedoch auch für Nicole Beck und Chris Wend noch gute Saison-Aussichten ein. Der amtierende Canadier-Vizeweltmeister hatte sich am Sonnabend nach sehenswerten Ergebnissen in den Vorläufen beim Warmmachen für das 200-m-Finale eine schmerzhafte Zerrung der Bizepssehne zugezogen, war dennoch Fünfter geworden, musste dann aber nach Absprache mit Sportdirektor Jens Kahl passen.

Nicole Beck konnte wegen Bandscheiben-Beschwerden in Duisburg nicht starten. Auch im Fall des Schützlings von SCM-Trainer Wolfgang Duvigneau versprach die sportliche Leitung des DKV, ihr noch die Chance ihr Qualifikationsmöglichkeiten für die U-23-Auswahl einzuräumen.

Die Auswahlkader hatten am Wochenende nur wenige freie Stunden. Gestern versammelte sich das DKV-Team erneut in Duisburg zum Auswahl-Lehrgang. Schon morgen reist der DKV-Tross ins zentralfranzösische Vichy, wo am Wochenende der erste Weltcup ausgetragen wird.

Während Andreas Ihle kurz bei Frau und Kindern in Magdeburg war, kommt auf Chris Wend eine Zwangpause zu. "Ich werde erstmal eine Woche mit dem Training aussetzen und hoffe auf Besserung." Beim Weltcup Ende Mai im ungarischen Szeged will Sportdirektor Kahl dem Magdeburger die Chance geben, sich wie im Vorjahr für den deutschen Vierer-Canadier zu empfehlen. "Ich will beweisen, dass ich in dieses Boot gehöre und hoffe nur, dass meine Zwangpause und der Trainingsrückstand bis dahin nicht zu groß werden", bangt der 22-Jährige.