Vichy/Magdeburg. Deutschlands Renn-Kanuten waren am Wochenende beim Auftakt der Weltcup-Saison bereits in beeindruckender Frühform. Beim ersten Aufeinandertreffen der Welt-Elite im französischen Vichy gewann das 28-köpfige Team des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) in insgesamt 22 Finalläufen neunmal Gold.

Thomas Konietzko (Wolfen), seit 24. April Nachfolger des Magdeburgers Olaf Heukrodt als DKV-Präsident, zeigte sich in Vichy sehr angetan von den Ergebnissen: "Das war dann doch mehr, als ich ursprünglich erwartet hatte. Es ist ein schönes Gefühl, die Siegerehrungen durchführen zu können, wenn so viele deutsche Sportlerinnen und Sportler auf dem Siegerpodest stehen."

Die vier Vertreter des SC Magdeburg trugen zum herausragenden Ergebnis zwei erste Plätze und einmal Rang drei bei.

Überragend präsentierte sich Andreas Ihle. Der Schützling von Trainer Guido Behling passierte bei seinem ersten Rennen mit seinem Gold-Partner von Peking, dem Neubrandenburger Martin Hollstein, seit den Olympischen Spielen 2008 gleich über beide Strecken als Erster die gedachte Ziellinie. Ihrem Traum-Rennen auf ihrer olympischen Gold-Distanz am Sonnabend über 1000 m, der deutsche Zweier lag im Finale nach 750 m noch auf Platz neun, ließen Ihle/Hollstein gestern eine Energie-Leistung folgen, die ihnen schließlich auch Weltcup-Gold über 500 m einbrachte.

SCM-Olympiasiegerin Conny Waßmuth wurde im Zweier mit Silke Hörmann (Karlsruhe) Dritte über 500 m. Im Einer über 200 m erreichte die Magdeburgerin das A-Finale, wurde da aber nur Neunte.

Weltmeister Erik Leue fuhr mit seinem neuen Zweier-Canadier-Partner Thomas Lück (Neubrandenburg) über 1000 m auf Platz 6. Über 500 m war für das Duo nach Platz 8 im Halbfinale Endstation.

Sören Schust (SCM) wurde bei seinem ersten internationalen Auftritt in der Leistungsklasse im K II über 200 m mit dem Berliner Torsten Lubisch Fünfter im B-Finale.

Eckhard Leue, Leiter des Kanu-Olympia-Stützpunktes, zollte den Magdeburger Kanuten Respekt: "Dass Andreas Ihle die 1000 m gewinnt, war ja noch zu erwarten, aber der Sieg über 500 m ist eine große und schöne Überraschung. Auch der dritte Platz für Conny Waßmuth ist eine passable Leistung. Erik Leue ist bis 750 m gut dabei gewesen, dann waren aber seine Arme fest. Da muss noch einiges getan werden. Sören Schust hat gespürt, wie hoch die Trauben hängen. Er muss sich seine Sporen in den nächsten Rennen verdienen."