Halberstadt. Rein sportlich hatten die knapp 3500 Zuschauer ein tolles Endspiel um den Fußballpokal von Sachsen-Anhalt gesehen. Außenseiter Halberstadt, erstmals in einem Finale, bot dem Halleschen FC mehr als Paroli und vergab in der Schlussminute eine mögliche Verlängerung.

Im Nachhinein waren nicht wenige froh, dass der hohe Favorit gewann, denn was wäre passiert, wenn der Regionalligist unter Umständen in einer Verlängerung oder nach Elfmeterschießen verloren hätte? So stürmten die HFC-Fans von der Gegentribüne auf das Spielfeld, einige wenige Chaoten zielten gleich in Richtung Haupttribüne, wo ein Großteil der Halberstädter Anhängerschar untergebracht war. VfB-Trainer Petersen war in erster Linie traurig über den sportlichen Ausgang, kritisierte aber nach Spielschluss auch die Durchführung: "Man hätte die Reißlinie ziehen müssen, als wiederholt Knallkörper und Rauchbomben gezündet worden – das Spiel unterbrechen müssen. Weil wir in die Kabine flüchten mussten, blieben zahlreiche Utensilien zurück. Jetzt fehlen uns Trikots, Fußballschuhe. Obwohl 25 Medaillen zugesagt waren, bekamen wir bei der Ehrung nur 18. Ich weiß, dass bei der Organisation solch einer Veranstaltung nicht alles klappen kann, aber vieles war peinlich."

Verbandspräsident Werner Georg: "Bei der Sicherheitskonferenz haben Polizei und Vereine die Gegebenheiten bestätigt. Es ist traurig, dass sogenannte Fans das Spielfeld stürmten, aber keine Sportstätte ist vor so etwas sicher. Vielleicht hätte der Schiedsrichter unterbrechen können, er beurteilte die Situation aber anders und entschied auf Weiterspielen. Dass Germania nur 18 Medaillen bekam ist eine Panne, die wir uns auf unsere Fahnen schreiben, ohne Umschweife ein peinlicher Fehler, der nicht passieren darf."