Magdeburg/Halle. Stadien, insbesondere Fußball-Arenen, so heißt es, seien die eigentlichen Kathedralen der Moderne. Entsprechend aufwändig und langwierig ist es, bevor eine solche Sportstätte dann endlich steht. Magdeburg und Halle können ein Lied davon singen.

Nachdem die Landeshauptstadt im Dezember 2006 stolz ihre neue, 27 000 Zuschauer fassende und als länderspieltauglich gepriesene Arena in Betrieb genommen hat, geht es nun auch in Halle nach jahrelangem Hickhack voran.

Heute machen die Männer mit dem Geld der Saalestadt ihre Aufwartung. Zwei Minister und der Chef der Landesinvestitionsbank übergeben der Stadt einen, wie es in der Amtssprache heißt, Bewilligungsbescheid über sechs Millionen Euro Landesmittel.

Für 17,5 Millionen Euro soll auf dem Areal des maroden Kurt-Wabbel-Stadions in den – wenn es nach dem Willen der Planer geht – nächsten eineinhalb Jahren ein Neubau entstehen. 15 000 Zuschauer werden auf den komplett überdachten Rängen später einmal die Spiele des heutigen Regionalligisten HFC verfolgen können; eine ebenfalls diskutierte Sparvariante für 10 000 Besucher wurde letztlich verworfen. Zwischendurch muss der HFC nach Halle-Neustadt oder ins Leipziger Zentralstadion ausweichen. Im September 2011 soll in der neuen Arena der Ball rollen.

So weit, so gut.

Doch in Magdeburg sind einige spätestens bei der Summe von sechs Millionen Euro Landesmittel (mehr als zehn Millionen will die Stadt durch Immobilienverkäufe selbst erlösen) doch hellhörig geworden. War der Landeshauptstadt nicht vor Jahren, als sie um ähnliche Unterstützung gebeten hatte, vom damaligen Ministerpräsidenten Reinhard Höppner (SPD) beschieden worden, die Landeskassen seien leer, man müsse selbst sehen, wie man die Mittel auftreibe. Was man dann mit einem sogenannten Konzessionsmodell auch tat: Die 31 Millionen Euro Baukosten teilten sich die Stadt und der bauausführende Konzern Hochtief.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) stellt in Rechnung, die Landeshauptstadt habe zwar 3,75 Millionen vom Land bekommen. Diese seien jedoch nicht in das neue Stadion, sondern drei Teilprojekte (Nebenplätze, Umkleidegebäude, Mehrzweckhalle) geflossen. Trümper: "Minister Kley hatte uns fünf Millionen versprochen. Hätten wir seinerzeit diese Summe erhalten, hätten wir statt 15 Millionen nur zehn Millionen Euro Kredit aufnehmen müssen."

Im federführenden Sozialministerium argumentiert man so: "Das sind zwei ganz verschiedene Projekte, sie sind nicht vergleichbar", so Sprecherin Jeanette Tandel auf Anfrage. In Magdeburg seien die Mittel in das Umfeld des Stadions geflossen, in Halle eben direkt in den Bau.

Ein kleiner Unterschied bleibt. Obwohl die Kassenlage der Kommunen heute keinen Deut besser ist als vor zehn Jahren, verwundert schon, dass in Halle die Landeshilfe immerhin ein Drittel der Gesamtbaukosten ausmacht. In Magdeburg waren es seinerzeit gerade mal knapp zwölf Prozent.

Ob das, fragen Insider, vielleicht auch ein ganz klein wenig damit zusammenhängt, dass viele der heutigen und einstigen Entscheidungsträger ihren politischen und persönlichen Wirkungskreis in Halle hatten oder weiter haben?