Der HSV Hamburg ist auf dem Weg zum Handball-Triple, die Rhein-Neckar Löwen warten dagegen weiter auf ihren ersten großen Titel. Vor 13 104 Zuschauern verloren die Mannheimer gestern das Finale um den DHB-Pokal in der Höhle des Löwen gegen die Hanseaten nach Verlängerung 33 : 34 ( 30 : 30, 15 : 15 ) und schlichen enttäuscht aus der Halle, während die Gastgeber mit ihren Fans um die Wette tanzten.

Hamburg ( SID ). Da hatte HSVSportdirektor Christian Fitzek längst die Lizenz zum Jubeln ausgestellt : " Jetzt haben wir endlich Zeit zum Feiern. " Trainer Martin Schwalb nahm die Vorlage dankend auf und strich das Training am Montag : " Diese kleine Pause haben sich meine Jungs redlich verdient. "

Der neunte und letzte Treffer des überragenden Hamburgers Krzysztof Lijewski in der 70. Minute entschied ein hochklassiges und von der ersten bis zur letzten Sekunde hochspannendes Endspiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient hatte. " Für mich war es das beste Spiel, das ich in dieser Saison gesehen habe ", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Dabei hatten die Mannheimer atmosphärisch ein Auswärtsspiel zu bestreiten, was Löwen-Kapitän Henning Fritz durchaus als Nachteil empfand und auch grundsätzlich in Frage stellte. " Ich komme immer gerne nach Hamburg, aber ich weiß nicht, ob es richtig ist, dass der HSV immer Heimrecht hat ", sagte der Torhüter. Immer wieder standen die Keeper beider Teams im Blickpunkt. In der Verlängerung lag der HSV schon mit drei Toren vorn, aber die Gäste kämpften sich unter den Augen von Bundestrainer Heiner Brand noch einmal heran und hätten beinahe ein Siebenmeter-Werfen erzwungen. Am Ende durfte HSV-Kapitän Bertrand Gille aber nicht unverdient den Cup in die Höhe stemmen.

Wichtig für den HSV-Erfolg waren zwei Paraden von Torhüter Johannes Bitter in der zweiten Halbzeit der Verlängerung. Olafur Stefansson war mit acht Torerfolgen bester Werfer der Mannheimer. Bei den Norddeutschen erzielte Lijewski neun Tore, siebenmal war Nationalspieler Torsten Jansen erfolgreich.

Zuvor hatte der TuS N-Lübbecke die Chance auf die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb gewahrt. Der Aufsteiger gewann das Spiel um den dritten Platz gegen den VfL Gummersbach 29 : 26 ( 15 : 12 ). Die Ostwestfalen wären damit in der nächsten Saison im Europapokal der Pokalsieger spielberechtigt, falls sich der HSV Hamburg und die Rhein-Neckar Löwen erneut für die Champions League qualifizieren können.