Magdeburg/Duisburg. Neue Saison, neue Wege, neue Chance – mit diesem Motto vor Augen starten die Kanuten des SC Magdeburg am Wochenende in die erste Ranglistenregatta. Drei Wochen vor den deutschen Einer-Meisterschaften an gleicher Stelle gilt der erste von zwei nationalen Qualifikations-Wettkämpfen als wichtiger Fingerzeig darauf, wer sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Europameisterschaften in Trasona/Spanien (2. bis 4. Juli) und bei den Weltmeisterschaften vom 19. bis 22. August im polnischen Posen machen darf.

Beim traditionellen Aufgalopp rechnen sich gut ein halbes Dutzend Magdeburger Asse und Nachwuchs-Talente Chancen auf eine Top-Ten-Platzierung aus, zumal der Deutsche Kanuverband (DKV) in diesem Jahr einen neuen Weg einschlägt und bei der Qualifikation zweigleisig fährt. Erstmals gibt es eine strikte Trennung der Sprinter (sind in Duisburg über 100 und 250 Meter gefordert) von den Langstrecklern (fahren zweimal 2000 Meter).

"Das Ganze ist eine Folge des veränderten WM- und Olympiaprogramms", klärt Lutz Bengsch, Abteilungsleiter Kanu beim SCM, die Hintergründe auf. "Wenn Deutschland weiter international vorn mitmischen will, kommt man schon allein aus trainingsmethodischer Sicht um eine Spezialisierung eben nicht mehr herum."

Allerdings hat die Neuerung auch einen kleinen Haken, denn es gibt bundesweit einige namhafte Athleten, die Allrounder sind, zwar gut sprinten können, aber durchaus auch Chancen auf einen Einsatz in den Großbooten über 500 und 1000 Meter hätten. Beispiele sind auch beim SCM zu finden: Olympiasiegerin Conny Waßmuth gilt als 200-Meter-Spezialistin, hat allerdings den größten Erfolg ihrer Karriere im Vierer über 500 Meter eingefahren ...

Am besten ist es wohl, wenn man es wie Magdeburgs Vizeweltmeister Chris Wend macht. Der Canadierfahrer nimmt, um allen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, gleich das Komplett-Programm in Angriff: "Das ist schon ein ganz schöner Ritt, den er sich da vorgenommen hat. Hut ab!", meint Bengsch, der die etablierten Waßmuth, Wend und Weltmeister Erik Leue sowie die Talente Nicole Beck, Franziska Berger und Michael Müller "weit vorn" erwartet, aber auch dem reaktivierten Sören Schust sowie Routinier Andreas Ihle einiges zutraut. Denn beide hätten sehr hart trainiert. Somit werde es wichtig sein, gleich beim Auftakt eine Duftmarke zu setzen. "Denn die Konkurrenz ist groß und die Anzahl der jeweils zu vergebenden Plätze mit sieben bis acht doch eher gering. Ich denke, die ,Quali‘ wird wie jedes Jahr ein Hauen und Stechen", so Bengsch.