Magdeburg. Zwei Box-WM-Duelle stehen heute in einer Woche in der Magdeburger Bördelandhalle auf dem Programm (ZDF live ab 23.15 Uhr).

Neben der mit einiger Spannung erwarteten innerdeutschen Supermittelgewichts-Auseinandersetzung um den WBA-Titel zwischen Robert Stieglitz (SES Magdeburg) und dem Gifhorner Eduard Gutknecht (Universum Hamburg) liegt auch über dem vom Mainzer Sender zum Hauptkampf erhobenen Fight um die Interims-Weltmeisterschaft (nach Version des WBC) im Mittelgewicht zwischen Sebastian Zbik (Universum) und dem Italiener Domenico Spada eine gewisse Brisanz.

Denn: Beide Akteure stehen sich innerhalb von neun Monaten zum zweiten Mal in einem WM-Kampf gegenüber. Das ist bei den Profis höchst selten.

Ebenso wie die Geschichte, die sich dahinter verbirgt.

Zbik, ein 28-jähriger Modell- athlet aus Schwerin, hatte sich im Juli vergangenen Jahres am Nürburgring mit einer schwachen Leistung und nach einem teilweise umstrittenen Urteil den WM-Gürtel gegen Spada geholt. "Das war nicht ansehnlich", räumte der in 28 Profikämpfen Ungeschlagene hinterher auch ein.

Was er damals nicht sagte: Er hätte eigentlich gar nicht boxen dürfen. Denn er hatte drei Wochen vor dem Gefecht einen komplizierten Riss des Trommelfelles erlitten, der in der Klinik geklebt und anschließend eine Woche mit Cortison behandelt werden musste. "Nach vier Runden war der Saft weg", sagt er heute. "Ich wollte die Verletzung aber nicht als Ausrede nutzen. Ich weiß, das war leichtsinnig. Aber ich wollte die WM-Chance, die ich endlich bekommen hatte, nicht so einfach wegwerfen."

Es spricht für Zbik, dass er dem Italiener seinerzeit sofort das Recht auf einen Rückkampf einräumte. Auch das ist in der Box-Szene nicht alltäglich.

"Ich will beweisen, dass ich es besser kann", erklärt der Schweriner. "Ich werde zeigen, dass ich ihn klar beherrschen kann. Eine zusätzliche Motivation für mich ist, dass ich erstmals in meiner Laufbahn Hauptkämpfer im ZDF bin."

Um sich in der Bördelandhalle in bester Form zu präsentieren, absolvierte Zbik auf den Spuren von "Tiger" Michalczewski im Februar ein dreiwöchiges Trainingslager im polnischen Zakopane. In der Bergwelt der Hohen Tatra, in einer Höhenlage von 2000 bis 2500 Metern, ging es richtig zur Sache. Zbik: "Wir haben nicht nur Athletik gemacht und sind gejoggt. Teilweise sind wir im tiefen Schnee nur noch regelrecht gekrochen."