Berlin (dpa). Die Hannover Scorpions und der EHC Wolfsburg geben in den Eishockey-Playoffs den Ton an. Das Niedersachsen-Duo ist mit jeweils zwei Siegen in das Viertelfinale gestartet und kann bereits heute auf eigenem Eis den Einzug in die Runde der letzten vier perfekt machen. Dagegen schwächelt Champion Eisbären Berlin, und Vizemeister Düsseldorfer EG droht gegen die starken Wolfsburger sogar das frühe Aus.

"Es ist noch ein langer Weg für uns, der Weg für die DEG ist aber länger", sagte Wolfsburgs Coach Toni Krinner nach dem 6:3-Erfolg in Düsseldorf. Seine Mannschaft nutzte abgezockt ihre Möglichkeiten und kann nun erstmals ins DEL-Halbfinale einziehen. "Der dritte Sieg ist der schwerste", warnte Krinner zwar vor voreiligen Gratulationen. Doch die frustrierten Rheinländer haben derzeit nicht viel mehr als Durchhalteparolen zu bieten. Die Trennung von Trainer Harold Kreis kurz vor Hauptrunden-Ende, nachdem dieser seinen Wechsel zum Liga-Rivalen Adler Mannheim bekanntgegeben hatte, entpuppt sich immer mehr als folgenschwerer Fehler.

Riesig ist die Zuversicht in Hannover, nachdem die Scorpions am Donnerstag beim 4:3 in Nürnberg auch den zweiten Krimi gegen die Franken für sich entschieden. "Unser Selbstvertrauen ist groß", meinte Hannovers Coach Hans Zach. "Ja, es passt im Moment alles bei uns", urteilte Torschütze Sascha Goc.

Titelverteidiger Eisbären Berlin offenbarte beim peinlichen 1:2 in Augsburg eine unverhoffte Formkrise und muss nach dem Ausgleich in der "Best of five"-Serie gegen den Favoriten-Schreck auf jeden Fall in ein viertes Spiel. "Der entscheidende Unterschied war Dennis Endras", lobte Berlins Coach Don Jackson Augsburgs Nationalkeeper. Der Torwart gab mit einer Glanzleistung eine weitere Bewerbung für Einsätze bei der Heim-WM im Mai ab.

Die Eisbären, mit 209 Treffern noch erfolgreichstes Team der Hauptrunde, suchen nach nur drei Toren in den ersten beiden Viertelfinals fieberhaft nach Gründen für die Sturmflaute. "Wir müssen härter arbeiten", forderte Jackson. Prompt schnuppern die Augsburger Panther, die in den Vor-Playoffs schon Rekordmeister Mannheim geschlagen hatten, an der nächsten Überraschung. "Auch wenn viele nicht an uns glauben, wir glauben an uns", sagte Trainer Larry Mitchell.