Sepang (dpa). Michael Schumacher war erstmals seit seinem Comeback wieder Spitze. Der Rekord-Weltmeister führte im zweiten Training zum Großen Preis von Malaysia 40 Sekunden lang das Klassement an. Am Ende musste sich der Routinier gestern aber in beiden Einheiten seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg geschlagen geben.

"Ich bin insgesamt zufrieden", sagte Schumacher. Sebastian Vettel belegte bei drückender Schwüle in Sepang als schnellster deutscher Formel-1-Vertreter am Nachmittag den zweiten Platz; Rosberg hatte diese Position am Vormittag erreicht. "Wir sind noch nicht ganz da, wo wir sein wollen", sagte Red-Bull-Pilot Vettel kritisch angesichts des Rückstands auf Lewis Hamilton.

Der Ex-Champion fuhr zweimal allen davon Schumacher deutete mit seiner vorübergehenden Bestzeit an, dass er sich Schritt für Schritt an seine alte Stärke herantastet; Rosberg hat im prestigeträchtigen teaminternen Duell aber noch die Nase vorn. Der siebenmalige Champion aus Kerpen belegte die Plätze vier und fünf und lag dabei 0,304 bzw. 0,499 Sekunden hinter Hamilton. "Wir hatten morgens ein kleines Problem mit den Bremsen", erklärte der dreifache Sepang-Sieger seine lange Standzeit zu Beginn und warnte vor überzogenen Erwartungen. "Ich bin hier immer gut zurechtgekommen. Aber da hatte ich auch ein Auto, mit dem das möglich war. Das ist derzeit noch nicht der Fall."

Hamilton fuhr am Nachmittag in 1:34,175 Minuten die schnellste Tagesrunde auf dem 5,543 Kilometer langen Sepang International Circuit und verbesserte dabei seine Vormittagszeit deutlich. "Das war ein guter Tag für uns", jubelte der britische McLaren-Pilot. "Jedes Mal, wenn ich diese Saison auf die Strecke rausfahre, fühlt es sich um Lichtjahre besser an als im Vorjahr."

Rosberg fehlten zuerst nur 0,185 Sekunden auf Hamilton. Im zweiten Durchgang lag der Silberpfeil-Pilot aus Wiesbaden 0,268 Sekunden zurück. "Wir haben unser Programm planmäßig durchgezogen und stetige Fortschritte gemacht", sagte er. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug meinte indes: "Wo wir stehen, ist heute schwer abzuschätzen, wir sind sicher noch nicht ganz gut."

Vettel unterstrich, dass er beim dritten Saisonlauf am Sonntag (Start: 10.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) wieder zu den Favoriten zählt. Wegen "ein paar kleinerer Sachen" sprach der 22 Jahre alte Vize-Weltmeister aus Heppenheim allerdings von einem "nicht einfachen Tag". Für Nervosität sorgte der Motorendefekt bei Teamkollege Mark Webber. Schließlich hatten Vettel in beiden bisherigen WM-Läufen technische Schäden jeweils den scheinbar sicheren Sieg gekostet. Der Pechvogel versicherte aber, er mache sich keine Sorgen.

Vettel hatte bei seinem zweiten Platz im zweiten Training nur zwei Tausendstelsekunden Vorsprung auf Rosberg. In der ersten Übungseinheit testete er mit vollem Tank und begnügte sich mit Rang neun. "Die McLaren waren relativ leicht unterwegs. Mercedes ist bei der Musik dabei. Und Ferrari darf man nicht unterschätzen", warnte Vettel vor den drei anderen Top-Teams.

Gut unterwegs war erneut Adrian Sutil. Der Force-India-Pilot aus Gräfelfing belegte die Plätze sieben und zehn. Neuling Nico Hülkenberg (Emmerich) bewies im Williams-Cosworth als zweimaliger 17. Konstanz. Timo Glock (Wersau) wurde im Virgin 20. und 21.

Vor dem dritten Saisonlauf führt Fernando Alonso die Fahrer-WM mit 37 Punkten vor seinem Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa (33) an. Der zweimalige Champion aus Spanien belegte die Trainingsplätze acht und sieben, der Brasilianer wurde Elfter und 15. Weltmeister Button folgt mit 31 Zählern auf Gesamt-rang drei. Rosberg ist mit 20 Punkten als Fünfter bester Deutscher. Vettel (12) liegt auf Rang sieben vor Schumacher (9).